Hl. Leonhard

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St. Leonhard, den 11. Oktober 2018

WARUM KEINE PRIESTERINNEN?


Die katholische Kirche hat derzeit mit einer Unzahl von Problemen zu kämpfen, zu denen auch die Frage gehört, warum Frauen der Zugang zum priesterlichen Dienstamt in der Kirche verwehrt sein soll. Vor allem angesichts des immer grösser werdenden Mangels an Priestern für die Leitung der Gemeinden stellt sich diese Frage mit größter Dringlichkeit. Leider ist auch vom gegenwärtigen Papst in dieser Hinsicht keine Änderung der Einstellung zu erwarten, hat er doch unlängst erklärt, er fühle sich durch die von Papst Johannes Paul II. getroffene Aussage, die Kirche habe kein Recht, von ihrer bisher geübten Praxis, nur Männern den Zugang zum priesterlichen Dienstamt zu gestatten, abzuweichen, gebunden. Dies ist eine mehr als dürftige Antwort und ist eher ein Hinweis darauf, dass es erstaunlicherweise mit den theologischen Kenntnissen des Papstes nicht weit her ist.

Das Problem war kurz nach dem Konzil vor rund fünfzig Jahren erstmals aufgetaucht. Damals hatte die offizielle päpstliche Bibelkommission erklärt, von Seiten des Neuen Testaments, also der Heiligen Schrift, gäbe es keine stichhaltige Begründung für einen Ausschluss von Frauen vom priesterlichen Dienstamt. Diese Stellungnahme von Fachleuten der Bibelwissenschaften hinderte den damaligen Papst Paul VI. nicht daran, einen derartigen Ausschluss aufgrund der ständigen Tradition in der Kirche zu behaupten und für die Zukunft definitiv festzulegen. Der polnische Papst hat dann diese Festlegung geradezu als Dogma hochstlilisiert, von dem die Kirche nie und nimmer abweichen könne. Als kurz darauf mehrere Frauen auf einem Donauschiff die Priesterweihe empfingen, wurden sie kurzerhand exkommuniziert und ihre Weihe für ungültig erklärt.

Schaut man sich aber die Aussagen des Neuen Testaments genauer an, so ist dort nirgends davovon die Rede, dass Aufgaben der Gemeindeleitung und der Verkündigung -die beiden wesentlichen Aspekte priesterlichen Wirkens- nur Männern vorbehalten seien, im Gegenteil betont der Apostel Paulus, dass es in den christlichen Gemeinden keine Unterscheidungen entsprechend den Geschlechtern geben soll, da alle Glieder am Leibe Christi seien. In seinen Briefen berichtet er auch von Frauen, die in den von ihm gegründeten Gemeinden eine bedeutende Rolle gespielt haben, wie etwa Phöbe in Korinth oder Lydia in Philippi, eine Priscia oder eine Junia, der er sogar den Titel "Apostel" zuerkennt. Sicher spielte die damalige unterschiedliche soziale Stellung der Frauen eine große Rolle. Im jüdisch geprägten Umfeld war es völlig ausgeschlossen, daß Frauen in der Öffentlichkeit eine verantwortliche Stellung eingenommen hätten, anders war es in der griechisch-römisch geprägten Gesllschaft, wo Frauen sehr wohl oft in der Öffentlichkeit aufgetreten sind. Von entscheidender Bedeutung für den Ausschluss von Frauen im kirchlichen Bereich war auch ein immer stärkerer Einfluss des alttestamentlichen Priesterbildes.

Unser heutiges Verständnis geht davon aus, dass Jesus Christus der einzige Priester des Neuen Bundes ist und dass an seinem Priestertum alle Getauften Anteil haben, sie sind ein "priesterliches Volk". Es ist das gemeinsame Priestertum aller Getauften. Innerhalb dieser priesterlichen Gemeinde gibt es die verschiedensten Dienste und Aufgaben, die von den einzelnen Gliedern wahrgenommen werde. Der Apostel Paulus sagt: "Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott. Er bewirkt alles in allen". (1 Kor 12,4-6). Das ganze 12. Kapitel des 1. Korintherbriefes spricht von diesen Aufgaben innerhalb der Gemeinde und bringt dafür auch das Bild vom einen Leib und den vielen Gliedern. Nirgends jedoch behauptet Paulus, dass diese Aufgaben nur Männern vorbehalten, bzw. Frauen davon ausgeschlossen seien.

Genau genommen ist faktisch das Problem weitgehend gelöst, wenn auch nicht im kirchenrechtlichen und sakramentalen Bereich. Verkündigung und Leitung als die beiden priesterlichen Grundaufgaben, werden heute weitgehend auch von Frauen wahrgenommen, man denke nur an den Religionsunterricht und die Verantwortung, die viele Frauen in Gemeinden übernommen haben, wenngleich ihnen die offizielle Anerkennung durch das Sakrament der Ordination, der "Weihe" vorenthalten wird. Früher oder später wird sich diese Erkenntnis auch in der Amtskirche durchsetzen, hoffentlich ist es dann nicht schon zu spät.


ALLERHEILIGEN

Am Donnerstag, 1. November feiern wir um 13.30 Uhr den Gemeindegottesdienst für die Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind. Im Anschluss findet die Gräberbesprengung statt. Am Allerseelentag ist um 8.30 Uhr der Gemeindegottesdienst. Allerheiligen soll für uns ein Tag der Einkehr und Besinnung sein, der uns an die Vergänglichkeit unseres eigenen irdischen Lebens gemahnt. Über dem Eingang eines Friedhofs las ich die folgenden Mahnworte der Verstorbenen: "Was ihr seid, das waren wir; was wir sind, das werdet ihr!"

LEONHARDI-FEST

Nach den wetterbedingten Absagen der vergangenen Jahre findet dieses Jahr der Leonhardi-Ritt wieder zum ursprünglichen Termin statt, nämlich an dem Sonntag, der dem Gedenktag des Heiligen, dem 6. November, am nächsten liegt. Dieses Jahr ist es der 4. November. Um 8.30 Uhr feiern wir den Gemeindegottesdienst in der Kirche, der musikalisch durch den Volksliedchor Grödig gestaltet wird. Um etwa 10.30 Uhr findet dann der Festgottesdienst mit den Reitergruppen statt. Zum Abschluss dann die Segnung der Teilnehmer, Reiter wie Pferde und wer sonst noch an der Feier teilnimmt.

HUBERTUSMESSE

Bisher war die Hubertusmesse immer an einem Sonntag gegen Ende Oktober, so war es auch für dieses Jahr vorgesehen. Inzwischen hat sich eine Schwierigkeit dadurch ergeben, dass zum vorgesehenen Termin zahlreiche Vereine in Wien an der Feier "100 Jahre Republik Österreich" teilnehmen. Deshalb findet dieses Jahr die Huberusmesse erst am Sonntag, 11. November um 10.00 Uhr bei der Hubertuskapelle statt. Die musikalische Gestaltung erfolgt durch ein Bläserensemble der Marktmusikkapelle Grödig. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt, was ja um diese Jahreszeit nicht mehr selbstverständlich ist.

ELISABETHKORB

Der Gedengtag der hl. Elisabeth von Thüringen, die als Patronin der Caritas verehrt wird, findet dieses Jahr am Sonntag, 18, November statt. Die Kirchensammlung ist bestimmt für die karitativen Aufgaben, die von unserer Frauengemeinschaft wahrgenommen werden. Neben den Besuchen im Seniorenheim sind dies v.a. die Patenschaft für ein Flüchtlingskind im Libanon sowie die Unterstützung eines Vereins zur Bekämpfung der Lepra.