Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 26. März 2017

VERSÖHNTE VERSCHIEDENHEIT


Vor mehr als 30 Jahren haben zwei der bekanntesten deutschsprachigen Professoren der Theologie eine Schrift veröffentlicht, in der sie aus katholischer Sicht aufzeigten, dass die bestenden Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Glaubensverständnis keineswegs ein weiteres Getrenntsein erfordern, d. h. es bestehen unterschiedliche Sichtweisen, die aber ein gemeinsames Glaubensverständnis nicht ausschließen. Dies gilt vor allem für das Verständnis des priesterlichen Dienstes: das Konzil hatte bereits erkennen lassen, dass entsprechend dem Neuen Testament Jesus Christus der alleinige Priester als Mittler zu Gott ist und dass an diesem Priestertum alle Getauften Anteil haben. Innerhalb dieses „priesterlichen Volkes“ gibt es die verschiedensten Dienste und Aufgaben, wie die Verkündigung und die Gemeindeleitung. Dies entspricht auch dem evangelischen Amtsverständnis als Beauftragung zu einer bestimmten Aufgabe innerhalb der Gemeinde. Bei der Eucharistiefeier bzw. der Abendmahlsfeier steht im evangelischen und nunmehr auch im katholischen Verständnis die Feier des Mahles im Mittelpunkt und nicht irgendeiner Opfer, das wir darbringen. Vielmehr sind die Elemente Brot und Wein nach den Worten Jesu Zeichen seiner liebenden Ganzhingabe, somit seines „Opfers“: Dieses Brot ist mein Leib, der für euch hingegeben, dieser Kelch ist mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird! Auch bezüglich der anderen Sakramente ist insofern eine Übereinstimmung möglich, dass sie als wirkkräftige Zeichen des Heilswirkens der Kirche und letztlich Christi verstanden werden. Schließlich kann von Seiten der evangelischen Kirchen hinsichtlich der Rolle des Bischofs von Rom Verständnis aufgebracht werden, wenn diese Rolle als Dienst an den Gemeinden und nicht als Macht und Herrschaft über sie verstanden wird. Bedeutet dies, dass auch eine sichtbare Einheit verwirklicht werden muss? Einheit bedeutet nicht Einheitlichkeit. So wie die Christen der Ostkirchen ihre je eigene Traditionen und Kulturen haben, angefangen von den Äthiopiern bis zu den slawischen Kirchen, so haben auch die Kirchen des Westens ihre vielfältigen und eigenständigen Traditionen, die genauso ihre Berechtigung haben. Die Einheit der Christen von Ost und West gibt es bereits im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens. Einheit bedeutet eben nicht Einheitlichkeit, sondern entsprechend einem alten Sprichwort gilt: „Im Wesentlichen die Einheit, im Übrigen die Freiheit, in Allem die Liebe!“ In diesem Sinne brauchen wir nicht eine zukünftige Einheit erwarten, sondern wir sollten uns eher auf die bestehende Einheit im Wesentlichen besinnen.

PASSIONSSINGEN

Es ist schon Tradition, dass in St. Leonhard in der Fastenzeit das „Gnigler Passionssingen“ veranstaltet wird. Dieses Jahr findet es am Samstag, 1. April um 17.00 Uhr in unserer Kirche statt. Die Singgemeinschaft „Via la Musica“ (früher Singkreis Gnigl) lädt weitere Sing- und Musiziergruppen ein, die vor allem aus dem reichen Schatz an alpenländischer Musik zur Passionszeit die Feier gestalten. Sie soll eine Einstimmung auf die Gedenktage des Leidens, Sterbens und der Auferstehung des Herrn bilden, die ja Mittel- und Höhepunkt des christlichen Kirchenjahres bedeuten. Die Spenden kommen der „Aktion Leben“ zugute, die sich besonders alleinstehender Mütter annimmt und ihnen in ihrer oft schwierigen und nahezu ausweglosen Situation Hilfe leistet. Ich möchte Sie sehr herzlich zur Teilnahme an dieser Feier einladen.


GOTTESDIENSTE IN DER KARWOCHE


PALMSONNTAG: Gedenken des feierlichen Einzugs Jesu in die Stadt Jerusalem

08.15 Uhr: Segnung der Palmzweige am Kirchplatz – Prozession – Gemeindegottesdienst mit der Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus.
10.00 Uhr: Segnung der Palmzweige am Kirchplatz – Prozession – Kindergottesdienst mit verkürzter Leidensgeschichte.
Die Kirchensammlung ist bei beiden Gottesdiensten für die Caritas – Salzburg bestimmt.

GRÜNDONNERSTAG: Gedächtnis des Abendmahls und des Ölbergleidens Jesu

19.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst mit Bußfeier und Ölbergandacht
Die Kirchensammlung ist für „Licht für die Welt“ bestimmt

KARFREITAG: Gedächtnis des Todesleidens Jesu Christi

15.00 Uhr: Wortgottesdienst mit der Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Johannes –
Kreuzverehrung – Fürbitten in den großen Anliegen der Kirche

OSTERNACHT: Gedächtnis der Auferstehung des Herrn

20.30 Uhr: Lichtfeier am Kirchplatz – Prozession – Lobpreis des Osterlichtes – Wortgottesdienst –
Tauferneuerung – Eucharistiefeier – Segnung der Speisen

OSTERSONNTAG:

10.00 Uhr: Festgottesdienst mit Segnung der Speisen
Die Kirchensammlung ist für die Caritas – Salzburg bestimmt

Ihr
Dr. Franz Nikolasch