Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 12. Juni 2016

WO BLEIBEN DIE REFORMEN?


Wenn ich auf das Wirken des gegenwärtigen Papstes schaue, dann habe ich zwiespältige Gefühle. Auf der einen Seite sein beispielhaftes Leben ohne Prunk und Glanz, sein unermüdlicher Einsatz für die Randgruppen in unserer Gesellschaft, für die Armen und Verfolgten, für die Flüchtlinge und im Leben zu kurz Gekommenen und auf der anderen Seite die Ankündigung von Reformen, deren Verwirklichung aber immer noch aussteht. Das Ergebnis der Bischofssynode vom vergangenen Jahr zu Fragen der Ehe, Familie und Sexualität war auch alles andere als zukunftweisend und hat gezeigt, mit welchen massiven Widerständen der Papst bei den Kardinälen, in der römischen Kurie und bei vielen Bischöfen zu rechnen hat. In seinem abschließenden Schreiben hat der Papst versucht, das Beste aus einer verfahrenen Situation herauszuholen, indem er auf die Bedeutung der persönlichen Verantwortung und Entscheidung jedes einzelnen Katholiken hinwies und so die Bestimmungen des Kirchenrechtes relativierte. In dieselbe Richtung geht auch seine Betonung der Verantwortung der einzelnen Ortskirchen, die nicht am römischen Gängelband hängen, sondern eigenständig Entscheidungen treffen sollen, die den unterschiedlichen Gegebenheiten in den verschiedenen Ländern und Kontinenten Rechnung tragen. Allerdings ist der Großteil der gegenwärtigen Bischöfe dazu nicht in der Lage, sie wurden ja aufgrund ihrer absoluten Hörigkeit gegenüber Rom ausgewählt, denn die früheren Päpste vertraten die Auffassung, dass Bischöfe nur römische Filialleiter seien und zu absolutem Gehorsam gegenüber Rom verpflichtet seien. Das mussten sie übrigens vor ihrer Bischofsweihe mit einem Eid beschwören. In den siebziger Jahren hat ein römischer Nuntius in Frankreich ausgeplaudert, nach welchen Kriterien die Auswahl für Bischöfe durch die Kurie erfolge. Ein Kandidat darf sich nie gegen den Zölibat oder die „Pillenenzyklika“ oder kritisch zur Ausübung des päpstlichen Primats geäußert haben und sich nie für wiederverheiratete Geschiedene, Frauen für den priesterlichen Dienst oder interkonfessionelle Eucharistiegemeinschaft ausgesprochen haben, also zu allen „heißen Eisen“ absolut romtreu sich verhalten haben. Dementsprechend war dann auch das Ergebnis der Bischofsbestellungen. In Österreich kann man davon ein Lied singen, die Auswirkungen dieser Besetzungspolitik sind bis heute schmerzlich spürbar! Kritische Stellungnahmen sind immer noch wenig willkommen. Man kann nur hoffen, dass es dem Papst gelingt, die Eigenverantwortung der Ortskirchen auch kirchenrechtlich festzulegen, damit nicht sein Nachfolger wieder einen römischen Zentralismus und Absolutismus vertritt, der an der Basis, in den einzelnen Pfarrgemeinden nicht mehr akzeptiert wird. Auch in der frühen Kirche waren die einzelnen Ortskirchen in vielen Belangen eigenständig und eigenverantwortlich. Das Motto sollte lauten: „Im Notwendigen die Einheit, im Übrigen die Freiheit, in allem die Liebe“

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

SAMMLUNGS-ERGEBNISSE

Wie in den vergangenen Jahren wurde auch dieses Jahr an Stelle der im Frühjahr vorgesehenen Caritas-Haussammlung den Mitteilungsblättern Erlagscheine beigelegt mit der Bitte um Spenden zugunsten der Caritasarbeit im Land Salzburg. Zusätzlich wurden die Kirchensammlungen vom Palmsonntag und vom Ostersonntag ebenfalls für die Caritas durchgeführt. So konnte insgesamt ein Betrag von € 1.432.- überwiesen werden. Herr Lechner hat auch dieses Jahr Palmbuschen und Palmscharten hergestellt, die im Vorraum der Kirche angeboten wurden und Spenden in der Höhe von € 350.- erbrachten, die an den Verein „Licht für die Welt“ überwiesen wurden. In einem Dankschreiben teilte der Verein mit, dass im vergangenen Jahr 50.197 Operationen am Grauen Star durchgeführt und 52.465 Kinder mit einer Behinderung gefördert wurden. Jeder Euro, der für diesen Verein gespendet wird, bedeutet Hilfe für Menschen, die am Erblinden oder sonst behindert sind. Die Sammlung am Gründonnerstag war für „Ärzte ohne Grenzen“ bestimmt und erbrachte € 255.- Neben der Hilfe für Menschen in besonders tragischen Situationen, wurde von diesem Verein in der Zentralafrikanischen Republik eine Impfaktion durchgeführt, in deren Verlauf rund 220.000 Kinder gegen Pneumokoken und andere gefährliche Krankheiten geimpft wurden. Aus den Medien kann man immer wieder von Einsätzen dieser Ärzte bei Kriegen und Naturkatastrophen hören. Dieser Verein hat übrigens auch den Friedensnobelpreis erhalten.
Allen, die bei diesen Sammlungen einen Beitrag geleistet haben, sei dafür herzlichst gedankt. Sicher sind die einzelnen Spenden für sich genommen nur ein kleiner Tropfen angesichts von Not und Elend in der Welt, aber je mehr Menschen einen Beitrag leisten, umso mehr Menschen kann auch geholfen werden.

KIRCHWEIHFEST

Alljährlich am ersten Sonntag im September findet das Kirchweihfest unserer Wallfahrtskirche statt. Dieses Jahr ist es der 4. September. Um 8.30 Uhr feiern wir den Gemeindegottesdienst und um 10.00 Uhr den Festgottesdienst, der durch den Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Neben den St. Leonharder Trachtenfrauen werden auch wieder Abordnungen anderer Trachtengruppen teilnehmen. Zum Abschluss erfolgt die Segnung der Kräuterbüscherln, die dann von den Trachtenfrauen an alle Teilnehmer überreicht werden.

WALLFAHRT DER KIRCHENGEMEINSCHAFT

Dieses Jahr ist Ziel unserer Wallfahrt am Samstag, 10. September Aigen am Inn in der Gemeinde Bad Füssing. Neben der Pfarrkirche gibt es in Aigen eine Wallfahrtskirche zu Ehren des hl. Leonhard, die derzeit noch restauriert aber voraussichtlich bis September fertiggestellt sein wird. Die dortige Leonhardi-Wallfahrt ist eine der ältesten in Bayern, Berichten zufolge geht sie auf eine vom Inn angeschwemmte Leonhardstatue zurück. Der erste Bau der Kirche wurde um 1180 begonnen und 1256 eingeweiht. Der gegenwärtige Bau stammt aus der Zeit um 1500 und wurde in der Mitte des 17. Jhts. barockisiert. Wir werden um 7.30 Uhr vom Kirchplatz abfahren, machen dann eine Pause in Braunau, wo wir neben den obligaten Erledigungen die dortige Stadtpfarrkirche aufsuchen, die zu den schönsten Kirchen des Innviertels zählt und einen der höchsten Kirchtürme Österreichs aufweist. Gegen 11.00 Uhr feiern wir dann die Messe in Aigen, wo wir dann auch das Mittagessen einnehmen werden. Die Rückfahrt geht über Altötting mit einem Besuch der Gnadenkapelle und des Grabes des hl. Konrad von Parzham. Anmeldungen wie immer bei Frau Wall Tel. 06246/72405. Die Fahrtkosten betragen € 20.-

ERNTEDANKFEST

Das Erntedankfest findet in St. Leonhard am Sonntag, 18. September statt. Um 8.15 Uhr Segnung der Erntekrone am Kirchplatz, dann die Prozession zur Kirche und der Gemeindegottesdienst, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Zum Abschluss werden von den St. Leonharder Trachtenfrauen gesegnete Getreidebüscherl an alle Teilnehmer überreicht. Um 10.00 Uhr findet dann der Kindergottesdienst zum Erntedank statt.