Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 26. April 2015

WO BLEIBEN DIE REFORMEN IN DER KIRCHE?


Zwei Jahre sind seit der Wahl des gegenwärtigen Papstes Franziskus vergangen. Mit ihm sind in der Kirche die Hoffnungen auf eine umfassende Erneuerung lebendig geworden, wie sie vom Konzil vor fünfzig Jahren in die Wege geleitet worden sind. Nach Jahrzehnten des Rückschritts und der Reformverweigerung unter den drei vorausgegangenen Päpsten hat Papst Franziskus bewusst wieder an das Konzil angeknüpft und deutlich gemacht, dass vieles von dem, was damals begonnen worden war, auf der Strecke geblieben und nicht weitergeführt worden ist. Im Gegenteil, es gab massive Rückschritte hinter das Konzil, am offenkundigsten wurde dies durch die uneingeschränkte Wiederzulassung der vorkonziliaren Gottesdienstfeiern durch Papst Benedikt XVI., die im klaren Widerspruch zum Konzilsauftrag und der Reform nach dem Konzil erfolgte. Die überwiegende Mehrheit der Katholiken, ausgenommen einige extrem konservative und reaktionäre Grüppchen, haben diesen Rückschritt Gott sei Dank entschieden abgelehnt.

Mit dem neuen Papst ging ein Aufatmen durch die Kirche, nach den winterlichen Frösten und Erstarrungen erhofft man einen neuen Frühling und der Papst setzt immer wieder Zeichen, mit denen er zeigen will, dass die Kirche eine grundlegende Veränderung braucht, doch wo sind konkret solche Veränderungen feststellbar? Bleibt es nur bei schönen Worten und symbolischen Handlungen ohne echte Reformen? Sicher hat es in den vergangenen zwei Jahren viele atmosphärische Veränderungen gegeben, ein Papst, der nicht mehr in den prunkvollen Gemächern des vatikanischen Palastes wohnt, sondern sich mit einer kleinen Wohnung in einem kirchlichen Hospiz zufrieden gibt, ein Papst, der einen schlichten und einfachen Lebensstil ohne rote Schuhe und bunte Maskerade verwirklicht, der sich besonders den Randgruppen der Gesellschaft verpflichtet fühlt und der das Wort Barmherzigkeit nicht nur immer wieder in den Mund nimmt, sondern in seiner ganzen Einstellung, in seinem Denken und Handeln Wirklichkeit werden lässt und so deutlich macht, dass das Beispiel des Herrn nicht nur in Sonntagspredigten zitiert wird, sondern von dem, der in der Kirche Verantwortung trägt, auch gelebt werden muss.

Mit welchen Widerständen er gerade in der römischen Kurie konfrontiert wird, zeigte die Bischofsversammlung im vergangenen Herbst, wo deren Vertreter offen gegen den Papst Stellung genommen haben. Am deutlichsten wurden diese Spannungen in der Weihnachtsansprache des Papstes an die Mitglieder der römischen Kurie, als er in unverblümter Weise den Bischöfen und Kardinälen die Leviten las, eine Ansprache, die ihm sicher kaum Freunde eingebracht hat, sondern eher den Widerstand gegen diesen Papst, der „vom Ende der Welt" gekommen war, verstärkt hat. Aus so manchen Wortmeldungen vatikanischer Größen kann man erkennen, wie massiv die Widerstände gegen jede Reformen und Veränderungen sind. Aber nicht nur mit der Kurie, seinem Verwaltungsapparat, hat der Papst seine liebe Not, sondern auch mit einem Gutteil der Bischöfe, die nach Kriterien bestellt wurden, die den Vorstellungen und Erwartungen der konservativen und reaktionären Kurie und der vergangenen Päpste entsprachen. Nicht viele haben so elegant die Wende vollzogen, wie Kardinal Schönborn von Wien. Die Bischöfe Polens z. B. rebellieren offen gegen den Papst, weil er sich von den Auffassungen und rigorosen Einstellungen ihres „heiligen" Papstes Johannes Paul II. distanziert.

Angesichts dieser Tatsachen kann man nur hoffen, dass die Ahnungen des Papstes, seine Zeit werde bald abgelaufen sein, sich nicht bewahrheiten, denn es braucht einen langen Atem, um wirksame Veränderungen in der Kirche durchsetzen zu können. Es bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Bischofsversammlung im kommenden Herbst in dieser Hinsicht einen Aufbruch bringt. Wenngleich die Fragen zu Ehe, Familie und Sexualität von eminenter Bedeutung für die Kirche und ihre Stellung in der gegenwärtigen Gesellschaft sind, so gibt es doch viele andere wichtige Fragen, die ebenfalls anstehen und zu einer Lösung geführt werden müssen, damit die Amtskirche wieder glaubwürdig wird. Eines der größten Übel ist sicher der römische Zentralismus, der den Ort- und Landeskirchen keine Eigenverantwortung gibt, sondern jede Entscheidung sich vorbehält. Was macht es für einen Sinn, wenn die unterschiedlichen muttersprachlichen Texte im Gottesdienst von Rom genehmigt werden müssen, was macht es für einen Sinn, wenn die Bestellung von Bischöfen einzig in Rom entschieden wird, was macht es für einen Sinn, wenn die gesamte Kirche nach der Pfeife einiger weniger römischer Hierarchen tanzen muss? Papst Franziskus hat wiederholt die Eigenverantwortlichkeit der Ortskirchen angemahnt, die Kurie leistet ihm dabei erbitterten Widerstand, sie will nicht auf ihre Machtpositionen verzichten. Was das 1. Vatikanischen Konzil 1870 über den Papst gesagt hat, er besitze die umfassende Zuständigkeit in allen Fragen der Lehre und der Kirchendisziplin, beansprucht diese Kurie für sich. Wir können nur hoffen, dass es dem Papst gelingt, diese Betonköpfe in die Wüste zu schicken, bei einigen von ihnen ist es ihm bereits gelungen, mögen doch bald noch weitere folgen!

Dr. Franz Nikolasch

MAIANDACHTEN

Hatten wir im vergangenen Jahr wegen des Schlechtwetters nicht die Möglichkeit, die vorgesehenen Andachten zu halten, so hoffen wir dieses Jahr auf ein besseres Wetter. Geplant sind folgende Feiern:

  • Samstag, 2. Mai 19.00 Uhr: Vorabendmesse mit Maiandacht bei der Hubertuskapelle. Die Singgemeinschaft Untersberg wird den Gottesdienst musikalisch gestalten.
  • Samstag, 9. Mai 19.00 Uhr: Das traditionelle Mariensingen des Volksliedchores Grödig findet wieder in unserer Kirche statt. Freiwillige Spenden sind für eine von Josef Wimmer betreute Familie mit einem schwerstbehinderten Kind in Berndorf erbeten. Die Mutter war vor zwei Jahren gestorben, der Vater hat seinen Beruf aufgegeben, um für sein Kind zu sorgen, das eine Betreuung rund um die Uhr benötigt.
  • Samstag, 16. Mai 19.00 Uhr: Maiandacht bei der Barbarakapelle am Gutratsberg. Die Zufahrt ist über das Werksgelände der Firma Leube möglich.
  • Samstag, 23. Mai 19.00 Uhr: Vorabendmesse mit Maiandacht bei der Hubertuskapelle.
  • Samstag, 30. Mai 19.00 Uhr: Maiandacht beim Wegkreuz am Mitterweg (Nähe Feuerwehrhaus).

NACHFEIER DER ERSTKOMMUNION

Beim Kindergottesdienst am Sonntag, 17. Mai um 10.00 Uhr sind besonders die Erstkommunionkinder aus dem Bereich von St. Leonhard zur Mitfeier eingeladen.

WALLFAHRT NACH MARIA ETTENBERG

Terminänderung von 19.06. auf 20.06.:
Am Samstag, 20. Juni halten wir um 19.30 Uhr den traditionellen Wallfahrtsgottesdienst in Maria Ettenberg. Um 19.00 Uhr beten wir in der Wallfahrtskirche den Rosenkranz, Wie in den vergangenen Jahren wird auch diesmal der Volksliedchor Grödig die musikalische Gestaltung übernehmen.

WALLFAHRT NACH SVETA GORA

Nachträgliche Änderung des Wallfahrtsziels: 'Maria Elend' im Rosental bei Villach.
Abfahrt vom Kirchplatz am Sa., 12. Sept. um 7.30 Uhr früh. Infos und Anmeldung bei Frau Wall Tel. 06246 72405 - siehe Mitteilungen Juni 2015

SAMMLUNGEN

Anstelle der Haussammlung wurden dem letzten Mitteilungsblatt Zahlscheine beigelegt mit der Bitte, durch eine Spende die Arbeit der Caritas im Land Salzburg wie auch im Vorderen Orient zu unterstützen. Auch die Kirchensammlung vom Palmsonntag war für die Caritas bestimmt. Insgesamt kam ein Betrag von € 1.490.- zusammen, für den ich mich namens der Caritas herzlich bedanken möchte. Die Kirchensammlung vom Gründonnerstag war für den Verein „Licht für die Welt" bestimmt um Augenoperationen in der Dritten Welt zu ermöglichen, die Erblindeten das Sehvermögen zurückgeben. Die Sammlung erbrachte € 231.- Schließlich hat Herr Lechner wieder Palmbuschen und Palmsträuße angefertigt, die Spenden in der Höhe von € 400.- erbrachten. Der Betrag ging an den Verein „Ärzte ohne Grenzen". Herzlichen Dank an Herrn Lechner und alle Spender!