Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 19. Oktober 2014

WIE UNAUFLÖSLICH IST DIE EHE?


Unter diesem Titel habe ich vor zwölf Jahren meine Abschiedsvorlesung an der Salzburger Universität gehalten, ein Thema, das jetzt von der Amtskirche aufgegriffen und in der außerordentlichen Bischofssynode in Rom derzeit diskutiert wird. Papst Franziskus geht es um eine Änderung in der Einstellung gegenüber Katholiken, deren Ehe, aus welchen Gründen auch immer, gescheitert ist, die ohne den Segen der Amtskirche in einer Zweitehe leben und denen unter Verweis auf die im Neuen Testament als Weisung Jesu Christi verkündete Unauflöslichkeit der Ehe die Kommuniongemeinschaft verwehrt wird. Sicher finden sich in den Evangelien Worte Jesu, in denen die Unauflöslichkeit der Ehe ausdrücklich und ohne Ausnahme erklärt wird, wie im Lukasevangelium Kap.16 V.18: „Wer seine Frau aus der Ehe entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; auch wer eine Frau heiratet, die von ihrem Mann aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch". Fast gleichlautend ist der Text im Markusevangelium Kap. 10 V.11f. Es gibt aber auch andere Texte, in denen sehr wohl von einer Ausnahme hinsichtlich des Gebotes der Unauflöslichkeit die Rede ist, und zwar im Matthäusevangelium an zwei Stellen, nämlich Kap.5 V.34 und Kap. 19 V.9, wo es heißt, dass die Unauflöslichkeit „ausgenommen im Falle von Unzucht" gilt. Was immer man auch unter diesem Begriff „Unzucht" verstehen mag, es handelt sich ausdrücklich um eine Ausnahme. Dazu kommt, dass im Text der Bergpredigt Mt. 5 im Anschluß an die Aussage über die Unauflöslichkeit der Ehe mit der Ausnahme von „Unzucht" ein Verbot des Schwörens steht, das keine Ausnahme kennt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst keinen Meineid schwören und: Du sollst halten, was Du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht.... Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen" (V.33-37). Daran schließt ein Verbot der Vergeltung, ebenfalls ohne Ausnahme, an: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn Dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin" (V. 38-39). Beide Weisungen, die keine Ausnahmen kennen, werden von der Kirche keineswegs als gesetzmäßige Gebote verstanden, sondern bestenfalls als Idealforderungen, hingegen wird die mit einer Ausnahme verbundene Unauflöslichkeit der Ehe als ausnahmslos geltendende gesetzliche Bestimmung verstanden. Es ist mehr als fraglich, ob dies dem Willen Jesu Christi entspricht, denn ihm ging es nicht um gesetzliche Regelungen, sondern um Idealforderungen, um Zielgebote, an denen sich das Handeln des Menschen orientieren soll, auch wenn sie nicht immer erfüllt werden können. Das eindeutigste Beispiel dafür ist die an die Weisungen der Bergpredigt anschließende Aufforderung des Herrn: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." (Mt.5,48), eine Forderung, die kein Mensch erfüllen kann, die aber immer als Zielvorstellung ihm in seinem Handeln vor Augen stehen soll. Unauflöslichkeit der Ehe ist Zielvorstellung für die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, denn eheliche Liebe ist von der Einstellung derer, die eine Ehe schließen, auf Dauer abgestimmt. Dass dies nicht immer gelingt, heute weniger als je zuvor, hängt leider von vielen Faktoren ab. Menschen, die an ihrer Ehe gescheitert sind, darf daher nicht mit der Unerbittlichkeit eines Gesetzes begegnet werden, sondern mit der Haltung, mit der uns Gott in unserem Scheitern und Versagen immer begegnet, nämlich einer Haltung der Barmherzigkeit und des Vergebens, die einen Neubeginn ermöglicht, wie dies auch in allen anderen Bereichen menschlichen Versagens der Fall ist.

Die Kirchen des Ostens haben diesen Gedanken aufgegriffen, insofern sie neben der Ordnung des „Gesetzes" eine Ordnung der „Barmherzigkeit" kennen und einen Neuanfang in einer Zweitehe akzeptieren. Begründung dafür ist die Tatsache, dass im Matthäusevangelium Ausnahmen von der Unauflöslichkeit ausdrücklich genannt werden und dass es Jesus nicht um Gesetzesvorschriften ging, sondern um Zielgebote, an denen der Mensch sich orientieren soll, die er aber nicht immer erreichen kann. Die Haltung der Kirchen des Ostens wurde am Konzil von Trient (Mitte 16. Jahrhundert) von der abendländischen Kirche zur Kenntnis genommen und akzeptiert. Dementsprechend wurde die Aussage dieses Konzils über die Unauflöslichkeit der Ehe so formuliert, dass diese Praxis nicht verurteilt wurde. Man kann nur hoffen, dass die Teilnehmer an der gegenwärtigen Bischofssynode sich einerseits auf die eigentliche Bedeutung der Aussagen Jesu besinnen und sich andererseits die Praxis der Kirchen des Ostens zu eigen machen. Damit könnte die Kluft zwischen der Lehre der Amtskirche und der gelebten Wirklichkeit vieler Katholiken überwunden werden.

Dr. Franz Nikolasch


KATASTROPHENHILFE FÜR BOSNIEN

Im vergangenen Mai wurde der Balkan durch eine Flutkatastrophe heimgesucht, die unermesslichen Schaden in Kroatien, Bosnien und Serbien anrichtete, Länder, die sich noch kaum von den Schäden der Balkankriege erholt hatten. Der Caritas Salzburg, die sich im Rahmen von „Nachbar in Not" in diesen Ländern sehr engagiert hat, wurde durch die Kirchensammlung vom 1. Juni ein Betrag in der Höhe von € 540.- zur Verfügung gestellt.


CHRISTOPHORUS-SAMMLUNG

Die alljährlich im Juli stattfindende Sammlung soll zum Ankauf von Fahrzeugen in den Missionsgebieten dienen. Dieses Jahr erbrachte die Sammlung vom 27. Juli einen Betrag von € 205.- Bei den großen Entfernungen, die in vielen Ländern bewältigt werden müssen, bilden Fahrzeuge jeder Art eine unentbehrliche Hilfe.


CARITAS-SAMMLUNG

Die diesjährige Sammlung am Kirchweihfest und zusätzliche Spenden erbrachten einen Betrag von € 856,67, der vor allem den Opfern der mörderischen Kriege im Orient (Syrien, Libanon, Irak) eine Hilfe bringen soll.


ERNTEDANKFEST

Die Kirchensammlung in der Höhe von € 351,66 wurde für die vom Unwetter im Drachenloch Betroffenen über die Marktgemeinde mit einer Ergänzung auf € 700.- zur Verfügung gestellt


ALLERHEILIGEN

Am Allerheiligenfest findet der Gottesdienst zum Gedenken der Verstorbenen um 13.30 Uhr statt. Anschließend erfolgt die Gräberbesprengung. Am Vormittag ist keine Messe.


LEONHARDI-RITT

Am Sonntag, 9. November feiern wir das Fest des Patrons unserer Kirche und unseres Ortes. Um 8.30 Uhr findet der Gemeindegottesdienst statt, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 10.00 Uhr Empfang der Reitergruppen und anschließend der Festgottesdienst mit Segnung der Reitergruppen.