Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 22. Juni 2014

EIN JAHR PAPST FRANZISKUS


Seit der Wahl von Papst Franziskus, der sich lieber „Bischof von Rom" nennt, ist etwas mehr als ein Jahr vergangen, Anlass für einen Rückblick, was diese Zeit für die Kirche gebracht hat. Ein weiser lateinischer Spruch lautet. „Primo anno oculus - im ersten Jahr schauen." Gemeint ist damit, dass man nicht alles sofort ändert, sondern man soll zuerst abwägen und prüfen und dann erst Änderungen vornehmen. So gesehen hat der gegenwärtige Bischof von Rom noch keine tiefgreifende Reformen durchgeführt, von deren Notwendigkeit er selbst immer wieder spricht, aber er hat einen radikalen Stimmungswechsel gebracht, indem er nicht ständig von Geboten und Verboten spricht, sondern von Liebe, Barmherzigkeit und Zuwendung zu den Menschen ohne jeden Unterschied. Damit steht er ganz in der Nachfolge des Herrn, der von sich gesagt hat, er sei nicht gekommen, zu richten und zu verurteilen, sondern zu helfen und zu heilen. Vorerst kann er nur beispielhaft diese Haltung leben, eine Änderung des Systems kann er nur langsam herbeiführen, zu sehr sind die verantwortlichen Kardinäle und Bischöfe in der Mentalität der Vorgänger-Päpste verhaftet, von denen sie ja ausgewählt und bestellt wurden. Dass die Aufgabe der Amtskirche im Dienst an den Menschen besteht, wurde zwar immer wieder mit Worten beschworen, in Wirklichkeit ging es aber nicht um einen Dienst, sondern um Herrschaft, Macht und Gewalt, legitimiert durch ein Kirchenrecht, das eher ein „Kirchen-Unrecht" ist und vom „Zwei Klassen Denken" bestimmt ist, nach dem der „Klerus" das Sagen und die „Laien" zu gehorchen haben. Schon Johannes XXIII. wollte vor mehr als 50 Jahren eine grundlegende Änderung des Kirchenrechts entsprechend dem Erneuerungsauftrag für das Konzil, seine Nachfolger haben zwar ein neues Kirchenrecht erlassen, aber im alten vorkonziliaren Geist als Machtinstrument der Hierarchie und der Gehorsamverpflichtung aller anderen.

Was der gegenwärtige Bischof von Rom schon gebracht hat, ist eine Offenheit gegenüber den Problemen, mit denen die Kirche heute konfrontiert wird und die bisher totgeschwiegen wurden. Diese Einstellung lässt auf echte, tiefgreifende Reformen hoffen. Er betrachtet sich nicht als „Oberhaupt" der Kirche, dem alle ohne Widerrede zu gehorchen haben, sondern er will alle Ortskirchen in der ganzen Welt in die Reform und Erneuerung der Kirche einbinden, wenn er von ihnen Vorschläge erwartet, wie allein schon die weltweite Umfrage bezüglich der Einstellung zu Sexualität, Ehe und Familie zeigt, die Thema der im Herbst stattfindenden Bischofsversammlung sein wird. Die Umfrage hat gezeigt, welche Kluft und Diskrepanz zwischen der „offiziellen" Lehre der Kirche und dem Denken und Handeln der Menschen besteht. Es ist zu hoffen, dass die Kirche sich wieder auf das Wesentliche der Botschaft Jesu Christi besinnt. Man schaue nur nach, wie das Neue Testament zu, Fragen der Sexualität und Ehe Stellung nimmt und was die Amtskirche und das Kirchenrecht daraus gemacht haben. Franziskus geht es nicht darum, mit Geboten und Verboten alles zu reglementieren und jede abweichende Meinung zu unterdrücken und zu verurteilen. Wesentlich für ihn ist allein das Vermächtnis des Herrn, den Menschen die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes zu künden und sie aufzufordern, einander mit Achtung, Liebe und Verständnisbereitschaft zu begegnen, gemäß dem Wort des Apostels Paulus: „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude!"


SAMMLUNGS-ERGEBNISSE

An Stelle der Frühjahrs-Haussammlung für die Caritas wurden in St. Leonhard den Mitteilungsblättern Erlagscheine beigelegt, mit der Bitte um eine Spende zugunsten der Caritas. Zusätzlich wurde dieses Jahr die Kirchensammlung vom Palmsonntag ebenfalls für die Caritas durchgeführt. Insgesamt konnte ein Betrag von € 1.302.- an die Caritas überwiesen werden. Der Ertrag des Palmbuschen-Verkaufs in der Höhe von € 400.- wurde für die Aktion „Licht für die Welt" zur Verfügung gestellt, die vorwiegend in Afrika tätig ist und an bestimmten Krankheiten Erblindeten durch Operationen das Augenlicht wiederherstellt. Herrn Lechner gebührt ein besonderer Dank, da er die Palmbuschen und Palmscharten gemacht hat und damit der Aktion „Licht für die Welt" die Spenden zur Verfügung stellen konnte. Die Kirchensammlung vom Gründonnerstag war für „Ärzte ohne Grenzen" bestimmt und erbrachte einen Betrag von € 310.- und die Kirchensammlung vom 1. Juni zugunsten der Katastrophenhilfe der Caritas in Bosnien ergab € 540.- Alle diese Sammlungen zeigen, dass die Kirchengemeinschaft über den eigenen Kirchturm hinaus bereit ist, Mitmenschen in Not zu helfen. Allen, die einen finanziellen Beitrag geleistet haben, sei herzlichst gedankt. Für uns Christen gilt ja die Mahnung des Herrn, was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan!


MAIANDACHTEN

Leider sind mehrere der geplanten Maiandachten dem Schlechtwetter zum Opfer gefallen. Nur einmal konnten wir die Vorabendmesse mit einer Maiandacht bei der Hubertuskapelle halten. Ein besonderer Höhepunkt war aber das traditionelle Mariensingen des Volksliedchores Grödig am Samstag, 10. Mai, das sehr viele Besucher miterleben konnten. Die freiwilligen Spenden waren für eine von Pepi Wimmer betreute Familie mit einem schwerstbehinderten Kind in Berndorf bestimmt. Die Mutter war im vergangenen Jahr an Krebs gestorben, der Vater musste seinen Beruf aufgeben, um für das Kind sorgen zu können. Es kam ein Betrag von nahezu € 1.500.- zusammen, der für die Familie eine wertvolle Unterstützung bedeutet.


KIRCHWEIHFEST

Das Kirchweihfest unserer Wallfahrtskirche findet alljährlich am ersten Sonntag im September statt und will uns an den Tag erinnern, an dem zum ersten Mal nach der Fertigstellung der Kirche hier der Gottesdienst gefeiert wurde. Dieses Jahr ist es der 7. September. Um 8.30 Uhr feiern wir den Gemeindegottesdienst und um 10.00 Uhr den Festgottesdienst, der durch den Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Die St. Leonharder Trachtenfrauen werden nach der Segnung der Kräuter und Blumen allen Mitfeiernden ein Büscherl zur Erinnerung überreichen. Am Montag, 8. September findet zum Ausklang des Kirchweihfestes um 10.00 Uhr der Gemeindegottesdienst statt.


WALLFAHRT DER KIRCHENGEMEINSCHAFT

Ziel der diesjährigen Wallfahrt am Samstag, 13. September ist die Wallfahrtskirche Maria Luschari oberhalb von Tarvis. Zu diesem Heiligtum kommen regelmäßig Wallfahrer aus Slowenien, Friaul und Kärnten. Im 1. Weltkrieg wurden die Kirche und alle dort befindlichen Gebäude durch italienischen Artilleriebeschuss total zerstört, dann aber wieder originalgetreu aufgebaut. Heute ist es ein völkerverbindender Marien-Wallfahrtsort. Abfahrt in St. Leonhard um 7.00 Uhr früh; die Messe ist für 10.00 Uhr vorgesehen. Bei Schlechtwetter ist als Ausweichziel die Kirche St. Leonhard in Siebenbrünn bei Arnoldstein vorgesehen. Die Fahrtkosten betragen € 25.- zusätzlich der Kosten für die Seilbahn.
Anmeldungen bei Frau Angela Wall Tel. 06246 / 72405


ERNTEDANKFEST

Das Erntedankfest findet in St. Leonhard am Sonntag, 21. September statt. Um 8.15 Uhr erfolgt die Segnung der Erntekrone am Kirchplatz, dann die Prozession und der Gemeindegottesdienst, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 10.00 Uhr findet dann der Kindergottesdienst zum Erntedank statt.