Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 16. März 2014

WER IST MEIN NÄCHSTER?


Eine geläufige Redewendung lautet: „Jeder ist sich selbst der Nächste". Damit soll gesagt werden, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und keiner sich um den anderen kümmern muss, mit anderen Worten, das Schicksal der anderen Menschen geht mich nichts an, jeder soll schauen, wie er im Leben zurecht kommt. Leider gilt dieser Grundsatz in weiten Bereichen unserer Gesellschaft, die Verantwortung für den Mitmenschen, seine Sorgen und Nöte, wird auf den Staat und seine sozialen Einrichtungen abgeschoben. Im Neuen Testament wird mehrmals berichtet, dass Gegner Jesu ihn mit der Frage, welches der Gebote das wichtigste sei, in die Enge treiben wollten. Jesus verwies sie auf das jüdische Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe und fügte hinzu, dass in diesem Gebot letztlich das ganze Gesetz enthalten sei. Auf die Frage eines seiner Gegner, wer denn sein Nächster sei, antwortete Jesus mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Ein Angehöriger dieses von den Juden verachteten Volkes ist für den halbtot geschlagenen Juden der „Nächste" geworden, da er ihm Hilfe erwiesen hatte, während der jüdische Priester und der Tempeldiener an ihm achtlos vorbeigegangen waren.

Jedes Jahr veranstaltet die Caritas eine Sammlung in der Fastenzeit und eine weitere im Sommer, beide sind als Haussammlungen gedacht. Da im Bereich von St. Leonhard aus verschiedenen Gründen Haussammlungen nicht durchgeführt werden können, legen wir den jeweiligen Mitteilungsblättern Erlagscheine bei, verbunden mit der Bitte, auf diesem Weg die Caritas durch eine finanzielle Spende zu unterstützen. Das Ergebnis dieser Bitte ist, wie man so schön sagt, „überschaubar". Nur rund 30 bis 40 Spenden kommen auf diese Weise zusammen, die Bitte um Unterstützung der Caritas bleibt weithin ungehört. Dennoch möchte ich auch diesmal die Bitte um einen finanziellen Beitrag für die Caritas aussprechen. Als Ausrede hört man immer wieder, man weiß ja nicht, wo das Spendengeld lande und was damit gemacht wird. Bei der Caritas kann man dies wirklich nicht behaupten, denn jeder kann sich von den Einrichtungen der Caritas überzeugen, angefangen von den Kindergärten bis zu den Altersheimen. Dazu kommt noch der Einsatz der Caritas-Salzburg in den Ländern des Nahen Ostens, im Libanon, in Syrien, in Jordanien und in Ägypten. Für Kinder und Jugendliche wurden Ausbildungsstätten errichtet, vielen Menschen, die vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen sind und als Flüchtlinge nicht viel mehr als das nackte Leben gerettet haben, konnte durch die Caritas-Salzburg geholfen werden.

Ich bitte Sie daher eindringlich um Ihre Mithilfe und finanzielle Unterstützung. Wir leben in einem der wohlhabendsten Länder der Welt und dürfen einfach nicht teilnahmslos an der Not und dem Elend unserer Mitmenschen vorbeigehen, als Christen haben wir die Verpflichtung, in jedem Menschen, der auf Hilfe angewiesen ist, unseren Nächsten zu sehen und ihm wenigstens etwas von unserem Überfluss zu geben.

Wir stehen jetzt in der österlichen Vorbereitungszeit, in der auf die besondere Bedeutung des Fastens hingewiesen wird. Konsumverzicht ist gut und recht, aber er soll dem hilfsbedürftigen Mitmenschen zugute kommen. Nicht nur für Christen, sondern auch für die Moslems ist das „Almosengeben", die Unterstützung notleidender Mitmenschen ein wichtiges Element der Fastenzeit, des Ramadans und zählt zu den Hauptgeboten des Korans, der es von der jüdischen und christlichen Religion übernommen hat. Denken wir aber vor allem an die mahnenden Worte Jesu in seiner Gerichtsrede, wenn er unser Verhalten gegenüber notleidenden Mitmenschen auf unser Verhalten ihm gegenüber bezieht: „Was ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan und was ihr den Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan!"

Ich bitte Sie abschließend, diese Mahnung Jesu zu beherzigen und durch einen finanziellen Beitrag der Caritas zu helfen, damit sie helfen kann. So wünsche ich Ihnen eine besinnliche Fastenzeit und ein gesegnetes Osterfest!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


PASSIONSSINGEN

Entsprechend der langjährigen Tradition findet auch dieses Jahr das „Gnigler Passionssingen" in unserer Kirche statt und zwar am Samstag, 5. April um 17.00 Uhr. Gemeinsam mit dem Chor „Viva la musica" gestalten Sing- und Musiziergruppen diese Feier, in deren Mittelpunkt Gesänge und Texte stehen, die uns das Geschehen von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi nahe bringen wollen. Ich möchte Sie sehr herzlich einladen, an dieser Feier teilzunehmen.


EINFÜHRUNG IN DIE KARWOCHE

Am Freitag, 11. April findet im Anschluss an die Kreuzwegandacht um 19.00 Uhr im Gemeinschaftsraum eine Einführung in die Feier der Karwoche vom Palmsonntag bis zur Osternacht statt. Es sind Feiern, die den Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres bilden und sich von den gewöhnlichen Gottesdiensten während des Jahres unterscheiden. Sie gehen auf eine lange Tradition zurück, die ihren Ursprung in den Gottesdiensten der Kirche von Jerusalem hat. Im Gespräch soll nicht nur diese Geschichte aufgezeigt werden, sondern auch der tiefere Sinn der verschiedenen Riten und Texte.


GOTTESDIENSTE IN DER KARWOCHE


PALMSONNTAG: Gedenken des feierlichen Einzugs Jesu in die Stadt Jerusalem

08.15 Uhr: Segnung der Palmzweige am Kirchplatz - Prozession - Gemeindegottesdienst mit der Leidensgeschichte nach Matthäus.
10.00 Uhr: Segnung der Palmzweige in der Weißkindstrasse - Prozession - Kindergottesdienst mit verkürzter Leidensgeschichte.

GRÜNDONNERSTAG: Gedächtnis des Abendmahls und des Ölbergleidens

19.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst mit Bußfeier und Ölbergandacht.

KARFREITAG: Gedächtnis des Todesleidens Jesu Christi

15.00 Uhr: Wortgottesdienst mit Leidensgeschichte nach Johannes - Kreuzverehrung - Fürbitten.

OSTERNACHT: Gedächtnisfeier der Auferstehung des Herrn

20.30 Uhr: Lichtfeier am Kirchplatz - Prozession - Wortgottesdienst - Tauferneuerung - Eucharistiefeier - Segnung der Speisen.

OSTERSONNTAG:

10.00 Uhr: Festgottesdienst mit Segnung der Speisen.