Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 8. September 2013.


EIN NEUER FRÜHLING IN DER KIRCHE ?


In den vergangenen Jahrzehnten wurden von vielen engagierten Katholiken, denen die Erneuerung der Kirche im Geiste von Papst Johannes XXIII. ein Anliegen war, die Entwicklungen in der Kirche als Einbruch winterlicher Verhältnisse gesehen. Hatte dieser Papst mit seiner Forderung nach einem „aggiornamento“, nach einem Aufbruch der Kirche aus einem mittelalterlichen Denken in die Welt der heutigen Gesellschaft eine umfassende Erneuerung der Kirche angestoßen, so waren seine Nachfolger bestrebt, diesen Aufbruch zu stoppen und schließlich ganz abzuwürgen. Zwar kam es in den ersten Jahren nach dem Konzil zu wichtigen Erneuerungen, wie der Reform des Gottesdienstes und in vielen Ortskirchen versuchte man, den Geist des Konzils durch nationale Kirchenversammlungen in konkrete Regelungen umzusetzen, aber die römische Kurie und die Päpste fürchteten um ihre Machtpositionen und verhinderten jede weitere Reform. Zuerst zitierte man den Buchstaben des Konzils, um dessen Geist zu töten, später stellte man das Konzil überhaupt in Frage. Da es „nur“ pastorale Weisungen erteilt habe, sei es ein von geringerer Relevanz gegenüber den vorausgegangenen Konzilien gewesen. Wer sich auf das Konzil berief, wurde schon als „Abweichler“ von der „rechten“ Lehre verdächtigt. Es herrschte Friedhofsruhe in der Kirche und wer diese störte, wurde eliminiert. Es mag zwar sehr hart klingen, aber im Grunde waren diese Päpste Totengräber des Konzils.

Mit dem gegenwärtigen Papst scheint diese negative Entwicklung beendet zu sein. Allein seine Namenswahl lässt auf eine Wende hoffen, denn die Berufung auf den hl. Franz von Assisi bedeutet Abkehr von Machtdenken, Prunk und Abgehobenheit. Sein einfacher Lebensstil, seine Nähe zu den Menschen, seine Betonung, dass die Kirche auf Seiten der Armen, eine Kirche der Armen zu sein hat, bedeutet eine totale Abkehr vom bisherigen Selbstverständnis der Amtskirche. Sein bisheriges Verhalten lässt erwarten, dass er alles daransetzen wird, die Kirche „an Haupt und Gliedern“ zu erneuern, wie es durch viele Jahrhunderte hindurch immer wieder gefordert, aber nie verwirklicht worden war, ausgenommen den Aufbruch unter Papst Johannes XXIII. mit seinem Konzilsprojekt.

Bedeutsam ist auch, dass Papst Franziskus sich vor allem als Bischof von Rom versteht und nicht als „Oberhaupt“ der gesamten Kirche. Er weiß sich mit den anderen Bischöfen in einer kollegialen Gemeinschaft verbunden, die nicht seine „Untertanen“ und „Befehlsempfänger“ sind, sondern gemeinsam mit ihm die Verantwortung für die Kirche tragen. Schon die Einsetzung eines Gremiums von acht Kardinälen aus allen Kontinenten, zu denen wohl noch ein Vertreter der mit Rom vereinten Kirchen des Ostens kommen wird, ist ein Zeichen dafür, dass er und die römische Kurie nicht abgehoben von der Kirche zentralistisch und absolutistisch alles allein regeln will, sondern dass die unterschiedlichen Situationen und Erfordernisse der einzelnen Länder und Kontinente stärkere Berücksichtigung finden sollen und damit der unselige römische Zentralismus beendet wird. Was von den einzelnen Ortskirchen oder in den einzelnen Gemeinden geregelt werden kann, soll auch dort geregelt werden und nicht in Rom entschieden werden. Das gilt von der konkreten Gestaltung der Gottesdienste in Bezug auf Riten und Sprache bis hin zur Bestellung der Bischöfe. Die Päpste haben für die Gesellschaft zwar immer das Prinzip der Subsidiarität gepredigt, im kirchlichen Bereich das Gegenteil davon, nämlichen einen absoluten Zentralismus durchgesetzt. Ich könnte mir denken, dass zwischen nationaler Bischofskonferenz und Rom eine weitere Entscheidungsebene für die einzelnen Kontinente mit ihren je eigenen Kulturen geschaffen wird, ähnlich wie in der Kirche des Altertums die Patriarchate geschaffen wurden, die weitgehende Eigenständigkeit und Eigenverantwortung besaßen und deren Zentren die politischen und kulturellen Zentren des römischen Reiches Rom, Konstantinopel, Alexandrien und Antiochien waren, zu denen noch als „Wiege der Christenheit“ Jerusalem kam. So könnte man sich Patriarchate für Lateinamerika, Nordamerika, Afrika, Europa, Asien und Australien denken, die unter dem Vorsitz der Kirche von Rom eigenständig das kirchliche Leben gestalten. Ein altes Prinzip besagt: „Im Notwendigen die Einheit, im Übrigen die Freiheit, in allem die Liebe“, wobei aber „Einheit“ keineswegs „Einheitlichkeit“ bedeutet.

Ganz entscheidend ist für mich, dass der Papst das Wesentliche der Botschaft Jesu wieder in den Mittelpunkt der Aufgaben der Kirche stellt, nämlich die Sorge um die Menschen, besonders um jene, die am Rande der Gesellschaft stehen. Es ist ja nicht von ungefähr, dass Jesus vorzugsweise sich mit diesen Menschen abgegeben und sich um sie gekümmert hat. Auch diese Hinwendung zu den Menschen mit ihren konkreten Nöten und Sorgen war Programm des Konzils und wurde von vielen Teilnehmern als Verpflichtung für ein Leben in Einfachheit, Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit verstanden. Papst Franziskus betont wieder diesen Auftrag an die Kirche: nicht Prunkentfaltung, Macht, Reichtum und Ansehen in der Welt dürfen Zielsetzungen sein, sondern der Dienst an den Menschen. Nicht die Betonung von Glaubenssätzen und die Abgrenzung von Andersdenkenden, nicht rigorose Reglementierungen des Lebens sind entscheidend, sondern Hilfestellung für die Menschen, damit sie menschenwürdig miteinander umgehen, respektvoll einander begegnen und so auch selbst menschenwürdig ihr Leben gestalten. Jesus hat nicht dauernd gesagt „Das darfst du nicht tun oder das musst du tun“, sondern er hat immer wieder auf das Gebot der Liebe hingewiesen und betont, dass im Bemühen um dessen Erfüllung alles zusammengefasst ist, was von uns gefordert wird. Für Papst Franziskus ist dieser Auftrag des Herrn Inbegriff seinen Lebens und Wirkens.

Viele Hoffnungen und Erwartungen sind mit der Person von Papst Franziskus verbunden; inwieweit er sie zu erfüllen vermag, wissen wir heute noch nicht. Sein bisherigen Verhalten gibt Anlass, auf einen neuen Aufbruch in der Kirche zu hoffen bzw. zu hoffen, dass der Aufbruch, den Johannes XXIII. mit dem Konzil in die Wege geleitet hat, auch weitergeführt und verwirklicht wird. Dies wünsche ich mir und Ihnen allen!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


CHRISTOPHORUS – SAMMLUNG

Die alljährlich im Juli angesetzte Sammlung soll zum Ankauf von Fahrzeugen dienen, die dann Missionsstationen in aller Welt zur Verfügung gestellt werden. Dieses Jahr erbrachte die Sammlung einen Betrag von € 233.- Bei den gewaltigen Entfernungen, die in vielen Ländern zu bewältigen sind, bilden Fahrzeuge jeder Art eine unentbehrliche Hilfe bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben in den Missionsgebieten.


CARITAS – SAMMLUNG

Die diesjährige August-Sammlung der Caritas galt vor allem der Hilfe für die Opfer des mörderischen Bürgerkrieges in Syrien. Der Schwerpunkt der Caritas Salzburg ist seit Jahrzehnten der Vordere Orient, konkret Libanon, Syrien und Ägypten, weshalb sie durch die gegenwärtige Katastrophe auch besonders gefordert ist. Insgesamt erbrachten die Sammlungen (1. Sonntag im August, Kirchweihfest) einen Betrag von € 1.064.- Allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sei im Namen der Caritas herzlich gedankt.


ERNTEDANKFEST

Am Sonntag, 22. September feiern wir das Erntedankfest unserer Kirchengemeinschaft. Um 8.15 Uhr erfolgt die Segnung der Erntedankkrone am Kirchplatz, dann folgen die Prozession und der Gemeindegottesdienst, den der Volksliedchor Grödig musikalisch gestalten wird. Um 10.00 Uhr feiern wir den Kindergottesdienst zum Erntedank.


HUBERTUSMESSE

Am Sonntag, 20. Oktober feiern wir um 10.00 Uhr bei der Hubertuskapelle gemeinsam mit der Grödiger Jägerschaft die Hubertusmesse. Sie findet im Gedenken an den Schutzpatron der Jäger, den hl. Hubertus statt, der nach einer Legende auf einer Jagd einen Hirsch erblickte, in dessen Geweih ein leuchtendes Kreuz war. Hubertus soll im Jahre 727 bei Lüttich im heutigen Belgien gestorben sein.


ALLERHEILIGEN

Am Fest „Allerheiligen“ findet um 10.00 Uhr der Gemeindegottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft statt und im Festgottesdienst um 13.30 Uhr gedenken wir besonders der Verstorbenen des vergangenen Jahres. Anschließend findet die Gräberbesprengung statt.


LEONHARDI – RITT

Am Sonntag, 3. November feiern wir das Fest des Patrons unserer Kirche und unseres Ortes. Um 8.30 Uhr findet der Gemeindegottesdienst statt, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 10.00 Uhr Empfang der Reitergruppen beim Buchbichlhof und anschließend der Festgottesdienst mit der Segnung der Reitergruppen.