Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 21.April 2013


EIN NAME ALS PROGRAMM


Im letzten Mitteilungsblatt nahm ich unter dem Titel „Hoffnung auf eine Wende?“ zur Situation in der Kirche nach dem Rücktritt des bisherigen Papstes Stellung und schloss mit den Worten: „Vielleicht kommt nach 50 Jahren doch ein zweiter Johannes XXIII. Bekanntlich kann ja Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben!“ Mit der Wahl des argentinischen Kardinals Bergoglio, der sich den Namen Franziskus I. gab, scheint dies in Erfüllung gegangen zu sein, denn allein schon sein Name ist ein Programm, mit dem er bewusst in die Nachfolge des großen Heiligen aus Assisi treten will, der sich eine Erneuerung der damaligen Kirche zum Ziel gesetzt hatte. Der damalige Papst Innozenz III. hatte den Höhepunkt päpstlicher Herrschaft und Macht erreicht, indem er erklärte, dass alle Herrscher dieser Welt seiner Macht und Gewalt unterliegen und er Herrscher über alle Herrscher sei. Der Bettelmönch aus Assisi vermählte sich im Gegensatz zu diesem Machtanspruch in mystischer Form der „Herrin Armut“ und lebte gemeinsam mit seinen Anhängern in absoluter Anspruchs- und Mittellosigkeit. Einen größeren Gegensatz als den zwischen Papst Innozenz III. und Franz von Assisi kann man sich gar nicht denken. Dass der neue Bischof von Rom die Nachfolge dieses Heiligen antreten und die Kirche auf diesem Weg führen will, bedeutet eine ähnliche Revolution: nicht um weltliche Pracht und Macht, Einfluss und Reichtum darf es der Kirche gehen, sondern ihr Platz hat an der Seite der Armen, der Entrechteten und Unterdrückten, der Ausgebeuteten und Verfolgten zu sein. Vor 50 Jahren hatte Kardinal Lercaro von Bologna diese Forderung am Konzil erhoben; zahlreiche Bischöfe, vor allem aus Lateinamerika, schlossen sich ihm an und verzichteten auf Titel und Würden, auf Paläste und Reichtum, lebten an der Seite der Armen und setzten sich für deren Rechte ein. Zu den bekanntesten dieser Bischöfe zählte Dom Helder Camara und in ihrem Geist wirkt heute Bischof Kräutler im Amazonasgebiet. Wie diese will der gegenwärtige Papst das Konzilsprogramm verwirklichen: „Freude und Hoffnung, Bedrängnis und Trauer der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind zugleich auch Freude und Hoffnung, Trauer und Bedrängnis der Jünger Christi“. In seinem bisherigen Wirken und Verhalten hat der neue Papst dies klar und deutlich erkennen lassen. Wir können nur hoffen, dass er sich durchsetzen kann und nicht einbremsen lässt und dass er mit dieser Einstellung auch daran geht, die Erneuerung der Kirche zu verwirklichen, die vor 50 Jahren Johannes XXIII. dem Konzil als Aufgabe gestellt hatte, von seinen Nachfolgern jedoch zur Wahrung von Macht und Ansehen, Einfluss und Herrschaft verhindert wurde. Sie haben zwar alle in ihren Reden das Konzil beschworen, in Wirklichkeit aber das Gegenteil davon getan. Der neue Papst gibt der Verkündigung der befreienden Botschaft Jesu Christi neue Glaubwürdigkeit. Ob er in der Lage sein wird, alle Probleme zu lösen, die sichtbare Einheit der Christen zu verwirklichen, die sogenannten „heißen Eisen“, die Stellung der Frau in der Kirche, den Zölibat, die Probleme der kirchlichen Morallehre usw. zu lösen, kann man heute noch nicht sagen. Zumindest wird er zu einem offenen, sachlichen Dialog bereit sein. Dass er auf die Menschen zugeht, hat er bereits gezeigt, dass er für deren Probleme offen sein wird, kann man erhoffen und erwarten. So glaube ich, dass mit ihm für die Kirche nach langen winterlichen Jahren ein neuer Frühling anbricht, neue Hoffnungen und Erwartungen an eine Erneuerung der Kirche berechtigt sind, denn nach einem alten Sprichwort bedarf die Kirche einer ständigen Erneuerung; sie wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch ein Festhalten an längst überholten Positionen verhindert, sie war durch Papst Johannes XXIII. und seine Aufforderung zu einem „aggiornamento“ der Kirche, zu einem „Sich der heutigen Welt und Gesellschaft zu stellen“ zum Programm des Konzils geworden, das hoffentlich nunmehr verwirklicht wird.

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


MAIANDACHTEN

An den Samstagen im Monat Mai feiern wir die Gottesdienste, wenn es die Witterung zulässt, jeweils um 19.00 Uhr außerhalb unserer Kirche und zwar am 11. Mai bei der Hubertuskapelle, am 18. Mai bei der Barbarakapelle am Gutratsberg und am 25.Mai wiederum bei der Hubertuskapelle. Der Singkreis Untersberg wird diesen Gottesdienst musikalisch gestalten. Für die Andacht am Gutratsberg werden wir von der Firma Leube die Öffnung der Zufahrtsstraße erbitten. Nähere Hinweise finden Sie dann beim Schranken im Werksgelände.


MARIENSINGEN

Das traditionelle Mariensingen des Volksliedchores Grödig findet diesmal bereits am Samstag, 4. Mai um 19.00 Uhr statt. Ich hoffe, dass auch dieses Jahr viele Besucher zu dieser Feier kommen und möchte Sie herzlich zur Teilnahme einladen und Sie bitten, in Ihrem Bekanntenkreis dafür zu werben.


ERSTKOMMUNION – NACHFEIER

Die Nachfeier für die Erstkommunionkinder aus dem Bereich von St. Leonhard findet in Verbindung mit der Kindermesse am Sonntag, 12. Mai um 10.00 Uhr statt. Da dieser Tag der auch der Muttertag ist, wollen wir besonders aller Mütter gedenken.


ETTENBERG – WALLFAHRT

Die traditionelle Wallfahrt unserer Kirchengemeinschaft nach Maria Ettenberg findet am Samstag, 15. Juni und nicht wie ursprünglich vorgesehen am vorausgehenden Freitag statt. Die Messe beginnt um 19.30 Uhr und wird musikalisch vom Volksliedchor Grödig mitgestaltet.


DANKSAGUNG

Allen, die bei der Vorbereitung und bei der Gestaltung der Feier anlässlich meines Geburtstag mitgewirkt haben, möchte ich aus ganzem Herzen für die Mühen danken, die sie auf sich genommen haben. Mein Dank gilt gleichfalls allen, die an der Feier teilgenommen haben und meiner zu diesem Anlass gedacht haben, insbesonders den Vereinen und der Marktgemeinde Grödig, die zur Feier und dem Abendessen beim Schornwirt eingeladen hat. Die wunderschöne Madonnenstatue war für mich eine besondere Überraschung. Wie gewünscht, wird sie zur Herbergsuche im Advent Verwendung finden. Den Betrag, der an Spendengeld übrig geblieben ist, möchte ich aufrunden und dem Verein Concordia, der sich um die verwahrlosten Kinder sowie um die verlassenen alten Menschen in Moldawien kümmert, übergeben. Vielen herzlichen Dank für alle Verbundenheit, die ich anlässlich meines Geburtstags erfahren durfte.