Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 10. März 2013.


HOFFNUNG AUF EINE WENDE?


Als am Montag, 11. Februar die Mittagsnachrichten die Meldung brachten, Papst Benedikt XVI. habe seinen bevorstehenden Rücktritt angekündigt, dachte ich zuerst an einen Faschingsscherz bis sich im weiteren Verlauf herausstellte, dass die Meldung tatsächlich stimmt. Rücktritt eines Papstes, das hat es doch noch nie gegeben, was allerdings nicht stimmt, aber der letzte Rücktritt erfolgte 1415 beim Konzil von Konstanz, als drei Päpste gleichzeitig regierten und damit eine Kirchenspaltung bewirkten, die das Konzil durch deren Rücktritt bzw. Absetzung beendete. Noch früher (Ende des 13. Jhts.) gab es einen Einsiedler-mönch, der von den Kardinälen nach zweijährigem Konklave als Kompromisskandidat gewählt wurde, sich Cölestin V. nannte und bald merkte, dass er den Anforderungen des Amts überhaupt nicht gewachsen war. Er dankte ab und zog sich in die Einsamkeit der Abruzzen zurück. An und für sich sollte der Rücktritt eines Papstes keine Sensation mehr sein, denn das 2. Vatikanische Konzil hatte eine Altersgrenze für das Bischofsamt vorgesehen, sodass heute jeder Bischof mit 75 Jahren seinen Rücktritt einzureichen hat. Warum sollte der Bischof von Rom davon ausgenommen sein? Vielleicht wird auch für ihn einmal die für alle Bischöfe geltende Altersgrenze kommen.

Ein Rücktritt bringt immer auch einen Neubeginn und darauf wartet die Kirche schon seit Jahrzehnten, faktisch seit dem Konzil. Denn die darauf folgenden Päpste, angefangen von Paul VI. über Johannes Paul II. bis zu Benedikt XVI. haben zwar immer in ihren Reden das Konzil beschworen, aber das Gegenteil davon getan. Beispiele gefällig? Das Konzil betonte die Mitverantwortung der Bischöfe für die Gesamtkirche, heute haben sie in dieser Hinsicht nichts zu sagen und sind in den eigenen Diözesen bestenfalls Filialleiter, die Roms Weisungen auszuführen haben und dabei von den Nuntien überwacht werden. Von einer Mitverantwortung der „gewöhnlichen Gläubigen“ kann man nicht einmal träumen. Alle Macht ist in Rom konzentriert, das mit unerbittlicher Härte seine Ansichten durchsetzt (z. B. Sexualmoral, Zölibat, Stellung der Frau in der Kirche, Zweitehe, Kommuniongemeinschaft mit den anderen christlichen Kirchen usw.) und keinen Widerspruch duldet. Wer es wagt, eine andere Meinung zu vertreten, wird abgesetzt oder ausgeschlossen, nicht einmal Bischöfe sind vor solchen Sanktionen sicher, erst recht nicht Professoren, Ordensfrauen oder andere, die von der Amtskirche abhängig sind. Dazu kommt noch, dass die Päpste und ihre Kurie sich über verbindliche Bestimmungen des Konzils hinweggesetzt haben wie in der Wiederzulassung der alten Liturgie und der totalen Entmachtung der Bischofskonferenzen.

Was der Kirche heute Not tut, ist eine radikale Abkehr von solchen Praktiken, eine Rückbesinnung auf das Konzil, das ja wiederum eine Rückbesinnung auf die Botschaft Jesu und das Vermächtnis der Apostel forderte, eine Hinwendung zu den Menschen in der heutigen Welt, die einfach nicht mehr die des Mittelalters ist und ein Ernstnehmen der Sorgen und Nöte, die den Menschen heute bedrängen. Seit Jahrzehnten werden diese Forderungen vorgetragen, ohne dass Rom (Päpste und Kurie) auch nur das leiseste Zeichen eines Ernstnehmens dieser Anliegen gezeigt hätten. Das Mindeste, was man vom künftigen Papst erwarten muß, ist die ehrliche Bereitschaft zu einem offenen, sachlichen Dialog über alle anstehenden Fragen und Probleme. Angesichts der Tatsache, dass die wahlberechtigten Kardinäle ihr Amt dem bisherigen Papst und seinem Vorgänger verdanken und nach deren Vorstellungen ausgewählt wurden, kann man nur „wider alle Hoffnung hoffen“. Aber vielleicht kommt nach 5o Jahren doch ein zweiter Johannes XXIII. Bekanntlich kann ja Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben! Dass dies gelingen möge, wünscht sich

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


PASSIONSSINGEN

Es ist schon eine langjährige Tradition, dass in unserer Kirche das „Gnigler Passionssingen“ stattfindet, dieses Jahr am Samstag, 16. März um 17.00 Uhr. Gemeinsam mit dem Chor „Viva la Musica“ gestalten Sing- und Musiziergruppen diese Feier, in deren Mittelpunkt Gesänge und Texte stehen, die uns das Geschehen von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi nahe bringen wollen. Ich möchte Sie sehr herzlich einladen, an dieser Feier teilzunehmen.


EINFÜHRUNG IN DIE KARWOCHE

Am Freitag, 22. März findet im Anschluss an die Kreuzwegandacht um 18.30 Uhr im Gemeinschaftsraum eine Einführung in die Feier der Karwoche vom Palmsonntag bis zur Osternacht statt. Es sind Feiern, die den Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres bilden und sich von den gewöhnlichen Gottesdiensten unterscheiden. Sie gehen auf eine lange Tradition zurück, die ihren Ursprung in den Gottesdiensten der Kirche von Jerusalem haben. Im Gespräch soll nicht nur diese Geschichte aufgezeigt werden, sondern auch der tiefere Sinn der verschiedenen Riten und Texte.


CARITAS-SAMMLUNG

Im Monat März findet die alljährliche Sammlung der Caritas statt. In St. Leonhard verzichten wir auf die Haussammlung, statt dessen ist dem Mitteilungsblatt ein Zahlschein angeheftet, verbunden mit der Bitte, ihn für Ihre Spende zugunsten der Caritas zu verwenden. Die Caritas Salzburg unterhält im Land zahlreiche Einrichtungen, angefangen von Kindergärten bis hin zur Betreuung alter und kranker Mitmenschen, die sehr kostenintensiv sind. Neben den Beiträgen der Öffentlichen Hand (Gemeinden, Land, Bund) braucht es zusätzliche Eigenmittel, die nur durch Spenden aufgebracht werden können. Bei der Caritas hat man die Gewissheit, dass die Spenden dorthin kommen, wo sie benötigt werden. Ich bitte Sie daher, gerade in der Fastenzeit nicht die Augen vor der Not zu verschließen, die durch die Caritas gelindert wird. Die Caritas kann ja nur insoweit helfen, als wir durch unsere Spenden helfen. Deshalb wird auch die Kirchensammlung von Ostern der Caritas gewidmet, während die Kirchensammlung vom Gründonnerstag den Straßenkindern in Moldawien Hilfe bringen soll.


GOTTESDIENSTE IN DER KARWOCHE

PALMSONNTAG 8.15 Uhr: Segnung der Palmzweige am Kirchplatz – Prozession – Gemeindegottesdienst mit der Leidensgeschichte des Lukas.
10.00 Uhr: Segnung der Palmzweige in der Weißkindstrasse – Prozession – Kindergottesdienst mit verkürzter Leidensgeschichte.
GRÜNDONNERSTAG 19.00 Uhr: Abendmahlsgottesdienst mit Bußfeier und Ölbergandacht.
KARFREITAG 15.00 Uhr: Wortgottesdienst mit Leidengeschichte nach Johannes – Kreuzverehrung – Fürbitten.
OSTERNACHT 20.30 Uhr: Lichtfeier am Kirchplatz – Prozession – Wortgottesdienst – Tauferneuerung – Eucharistiefeier – Segnung der Speisen.
OSTERSONNTAG 10.00 Uhr: Festgottesdienst mit Segnung der Speisen.