Hl. Leonhard

Titelkopf

St. Leonhard, den 21. September 2012.


11. OKTOBER 1962.


Genau vor 50 Jahren, am 11. Oktober 1962 wurde das 2. Vatikanische Konzil, die größte Versammlung von Bischöfen der katholischen Kirche durch den damaligen Papst Johannes XXIII. eröffnet. Waren in den vorausgegangenen Jahrhunderten Kirchenversammlungen einberufen worden, um das richtige Glaubensverständnis gegenüber abweichenden Lehrmeinungen zu verteidigen und dementsprechend die „Abweichler’“ zu verurteilen, so sollte dieses Konzil eine umfassende Erneuerung der Kirche in allen Bereichen bringen. Der Papst sprach von einem „aggiornamento“, d.h. von einem „Auf den heutigen Stand Bringen“ der Kirche, sie sollte aus ihren veralterten Ansichten und Lebensformen auf den heutigen Stand der Gesellschaft gebracht werden. Es ist bezeichnend, dass für die heutige Amtskirche dieses Wort wie das rote Tuch für den Stier ist! Schon am Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine entsprechende Bewegung des Reformkatholizismus, die damals eine längst überfällige Erneuerung der Kirche erreichen wollte, dann aber von Rom, dem damaligen Papst Pius X. und der römischen Kurie abgewürgt und deren Vertreter aus der Kirche hinausgemobbt wurden; ihre Bemühungen wurden als Irrlehren verurteilt. Unter ihnen befand sich auch ein Jugendfreund von Papst Johannes XXIII. Für die Kirche bedeutete die damalige Unterdrückung der Reformbewegung, die als „Modernismus“ beschimpft wurde, einen Rückschritt und führte zu einer Ghettoisierung gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. „Antimodernismus“ war in der Kirche angesagt und jeder, der in der Kirche tätig war, musste einen entsprechenden Eid ablegen. Ich selbst habe insgesamt elfmal diesen „Antimodernisteneid“ abgelegt; ernstgenommen hat ihn niemand.

Es war geradezu eine Befreiung, als Papst Johannes XXIII. das Konzil im Jänner 1959 ankündigte und die Erwartung aussprach, dass dieses eine Kirchenreform in die Wege leiten soll. Doch schon in der Vorbereitungszeit versuchte die römische Kurie mit allen Mitteln eine solche Reform zu verhindern; alles sollte so bleiben wie es war und alle Macht in der Kirche sollte auch in Zukunft allein in Rom bleiben; die Ortskirchen und ihre Bischöfe hätten den römischen Anordnungen zu gehorchen. Dementsprechend wurden die Schlüsselpositionen in der Vorbereitung des Konzils von Mitgliedern der römischen Kurie und linientreuen Mitarbeitern besetzt, damit ja nicht irgendetwas passieren kann, was ihren Vorstellungen widersprechen könnte. Mit seiner programmatischen Rede am 11. Oktober 1962 distanzierte sich der Papst eindeutig von diesen Machenschaften und betonte die Notwendigkeit einer umfassenden Erneuerung der Kirche: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die überlieferte Lehre nur zu bewahren, sondern wir wollen jetzt freudig und furchtlos an das Werk gehen, das unsere Zeit erfordert und den Weg fortsetzen, den die Kirche seit zwanzig Jahrhunderten zurückgelegt hat… Heute ist es wahrhaft nötig, dass die gesamte christliche Lehre ohne Abstriche in der heutigen Zeit von allen durch ein neues Bemühen angenommen werde. Heiter und ruhigen Gewissens müssen die überlieferten Aussagen daraufhin genau geprüft und interpretiert werden. Ja, diese sichere und beständige Lehre muss so erforscht und ausgelegt werden, wie unsere Zeit es verlangt. Denn etwas anderes sind die Wahrheiten und etwas anderes ist die Art und Weise, wie sie verkündet werden, freilich im gleichen Sinn und derselben Bedeutung.“

Wenn man diese Sätze liest und sie mit der Einstellung der nachfolgenden Päpste bis heute und der römischen Kurie vergleicht, dann liegen Welten dazwischen. Auch wenn sie in diesen Tagen nicht vermeiden können, das Konzil zu beschwören, so handeln sie im diametral entgegengesetzten Sinn, wenn sie reformresistent alle Forderungen nach einer Erneuerung der Kirche und einer Verwirklichung längst überfälliger Reformen abschmettern. Ungehorsam gegenüber einer derartigen Kirchenleitung ist eigentlich Gehorsam gegenüber dem Konzil und der von ihm auf der Grundlage der Hl. Schrift und der gesamten Tradition eingeforderten Erneuerung der Kirche. Nur wenn wir diesen Weg gehen, kann die Kirche wieder der heutigen Gesellschaft auf Augenhöhe begegnen und glaubwürdig werden. An die Adresse derer, die diese Erneuerung verweigern, hatte schon Johannes XXIII. sich in seiner Eröffnungsansprache mit folgenden Worten gerichtet: „Es geschieht oft, dass Stimmen solcher Personen unser Ohr betrüben. Die zwar von religiösem Eifer brennen, aber nicht genügend Sinn für die rechte Beurteilung der Dinge, noch ein kluges Urteil walten lassen. Sie meinen nämlich, in den heutigen Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft nur Untergang und Unheil zu erkennen. Sie reden unablässig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei. Sie benehmen sich so, als hätten sie nichts aus der Geschichte gelernt und als sei in früheren Zeiten, was die christliche Lehre, die Sitten und die Freiheit der Kirche betrifft, alles sauber und recht zugegangen. Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde. In der gegenwärtigen Entwicklung der menschlichen Ereignisse, durch welche die Menschheit in eine neue Ordnung einzutreten scheint, muss man viel eher einen verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung anerkennen.“

Es ist unsere Aufgabe, in diesem Sinne uns für eine Kirche einzusetzen, die sich aus der Rückbesinnung auf die Botschaft Jesu Christi erneuert und lassen wir uns von diesem Weg durch keine Unglückspropheten –und mögen sie auch Päpste sein- abbringen. In der Erinnerung an den Konzilsbeginn vor 50 Jahren wünsche ich dies mir und Ihnen allen!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


CHRISTOPHORUS-SAMMLUNG

Die alljährlich im Juli angesetzte Sammlung soll zum Ankauf von Fahrzeugen dienen, die dann Missionsstationen in aller Welt zur Verfügung gestellt werden. Dieses Jahr erbrachte die Sammlung einen Betrag von € 186.-. Bei den gewaltigen Entfernungen, die in diesen Ländern zu bewältigen sind, bilden Fahrzeuge jeder Art eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung der vielfachen Aufgaben in den Missionsgebieten.


CARITAS-SAMMLUNG

Die diesjährige August-Sammlung der Caritas galt vor allem der Hilfe für notleidende Menschen im Libanon und in Syrien, Länder, die direkt oder indirekt unter einem Bürgerkrieg leiden. Die Caritas Salzburg hat ja einen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in diesen Ländern und ist daher auch jetzt dort besonders gefordert. Insgesamt erbrachte die Sammlung einen Betrag von € 703.-. Allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sei im Namen der Caritas herzlich gedankt.


HUBERTUSMESSE

Am Sonntag, 21. Oktober feiern wir um 10.00 Uhr bei der Hubertuskapelle gemeinsam mit der Grödiger Jägerschaft die Hubertusmesse. Sie findet im Gedenken an den Schutzpatron der Jäger, den hl. Hubertus statt, der nach einer Legende auf einer Jagd einen Hirsch erblickte, in dessen Geweih sich ein leuchtendes Kreuz befand. Hubertus soll im Jahre 727 bei Lüttich im heutigen Belgien gestorben sein.


ALLERHEILIGEN

Am Fest „Allerheiligen“ findet um 10.00 Uhr der Gemeindegottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft statt und um 13.30 Uhr gedenken wir beim Festgottesdienst besonders der Verstorbenen des vergangenen Jahres. Anschließend findet die Gräberbesprengung statt.


LEONHARDI-RITT

Am Sonntag, 4. November feiern wir das Fest des Patrons unserer Kirche und unseres Ortes. Um 8.30 Uhr findet der Gemeindegottesdienst statt, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 9.30 Uhr ist der Empfang der Reitergruppen und anschließend der Festgottesdienst mit abschließender Segnung der Reitergruppen.