Weihnachtskrippe

Titelbild

St. Leonhard, den 8. Dezember 2011


IST WEIHNACHTEN NOCH AKTUELL?


Soweit in unserer Gesellschaft Weihnachten noch in einem religiösen Zusammenhang gesehen wird, ist es ein Fest der Erinnerung an längst vergangene Ereignisse. Wir zählen das Jahr 2011 nach Christi Geburt, die allerdings einige Jahre vor unserer Zeitrechnung stattgefunden hat, sodass wir eigentlich das Jahr 2015 oder 2018 zählen müssten. Wie auch immer, es handelt sich um ein Ereignis in grauer Vorzeit; hat es für uns heute noch eine Bedeutung? Der bekannte Barockdichter Angelus Silesius hat in einem kurzen Satz die bleibende Bedeutung der Geburt des Herrn aufgezeigt: „Und wäre Christus tausendmal geboren und nicht in dir, du bliebest ewiglich verloren!“ Das Ereignis der Weihnacht ist nicht vergangene Geschichte, sondern bleibende Gegenwart und das in einer entscheidenden Bedeutung für uns.
Wenn man die Zeitungen aufschlägt, so begegnen uns in immer größerer Anzahl Berichte über sinnlose Gewalt und unbegreifliche Brutalität. Das nimmt seinen Anfang in Ehen einander entfremdeter Partner, geht weiter in den Familien, Gewalt von Eltern gegen Kinder und Kindern gegen Eltern, dann in den Schulen: Mobbing und Brutalität gegenüber Mitschülern wie gegenüber Lehrkräften; Gewalt durchzieht alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Was allein in den letzten Jahren an Gewaltpotential sich in Schulen entwickelt hat, wäre vor einigen Jahrzehnten noch unvorstellbar gewesen! Vielfach wird die Autorität von Lehrern und Erziehern systematisch untergraben, Betroffene erhalten keine Unterstützung von Vorgesetzten, die weit weg von der Wirklichkeit am Schreibtisch ihre Entscheidungen treffen. Jeden Tag finden sich in den Medien neue Beispiele über eine Verrohung der Sitten, die bei Kindern und Jugendlichen immer weiter um sich greift.
Weihnachten zeigt uns den Ausweg aus dieser Entwicklung, indem es uns auffordert, in einer anderen Weise miteinander umzugehen und einander zu begegnen. Weihnachten erinnert uns daran, dass wir von Gott geliebt sind und dass wir diese Liebe an unsere Mitmenschen weiterzugeben haben. So wird Weihnachten in der Hl. Schrift gesehen: „Sosehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für sie hingegeben hat“(Jo 3,16). Und Jesus hinterlässt uns als sein Vermächtnis: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“(Jo 15,12). Es mag vielleicht naiv klingen, aber Weihnachten zeigt uns den Weg, wie unsere Gesellschaft wieder gesunden kann: dass wir einander respektieren, dass wir einander akzeptieren, dass wir einander Verständnis entgegenbringen und einander helfen, dass wir uns so bemühen, die Liebe zu leben, die Weihnachten uns als Aufgabe stellt. Ich wünsche Ihnen, dass Weihnachten für Sie ein Fest der Liebe sei, der Liebe, die uns im Kind von Bethlehem geschenkt wurde, wie der Liebe, die dieses Fest von uns einfordert und die unser Verhältnis zueinander prägen soll!

Ich lade Sie ein, bei Ihrer Weihnachtsfeier zu Hause die Frohbotschaft von der Geburt unseres Herrn Jesus Christus zu lesen:

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, die gesamte Bevölkerung des römischen Reiches in Steuerlisten einzutragen. Diese Eintragung war die erste und geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Da begab sich jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. Auch Josef ging von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Frau, die schwanger war, eintragen zu lassen; er war aus dem Haus und dem Geschlecht Davids. Als sie dort angekommen waren, kam für sie die Zeit ihrer Niederkunft und sie gebar einen Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf einem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie und es befiel sie große Furcht. Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll! Heute ist euch der Retter geboren in der Stadt Davids: Er ist der Christus, der Herr. Und dies soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel eine große himmlische Schar, sie lobte Gott und sprach: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und Friede ist auf Erden bei den Menschen seiner Huld!“

Lasset uns beten:
Herr und Gott, du hast diese hochheilige Nacht durch den Aufgang des wahren Lichtes taghell gemacht und uns mit dem Licht deines menschgewordenen Sohnes erfüllt. Wir bitten dich, laß in unseren Herzen dieses Licht erstrahlen, gib uns die Freude und den Frieden der Weihnacht. Darum bitten wir dich durch Christus Jesus, unsern Herrn und Bruder. Amen


ELISABETHKORB

Wie jedes Jahr war die Kirchensammlung am Sonntag, 20. November in Erinnerung an die hl. Elisabeth von Thüringen, deren Fest am 19. November begangen wird und die sich besonders der Kranken, Armen und Notleidenden angenommen hat, für die sozial-karitativen Tätigkeiten unserer Frauengemeinschaft bestimmt. Insgesamt kam ein Betrag von € 455.- zusammen, für den die Frauengemeinschaft allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, einen herzlichen Dank ausspricht. Neben der Hilfe und Betreuung von Mitmenschen in unserem Umfeld hat die Frauengemeinschaft die Patenschaft für ein Waisenkind im Libanon übernommen, für das jährlich ein Betrag von € 500.- aufgebracht wird, um seine schulische Ausbildung zu gewährleisten. Daneben wird auch eine Hilfsgemeinschaft für Aussätzige finanziell unterstützt.


BUSSGOTTESDIENST

Am Freitag, dem 23. Dezember feiern wir um 19.00 Uhr den Bußgottesdienst als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Dieser Gottesdienst soll uns eine Hilfe sein, damit wir Weihnachten im Frieden mit Gott und miteinander begehen können. Wir dürfen als Christen die Gewissheit haben, wenn wir ehrlichen Herzens Gott um Vergebung bitten, ob im Beichtstuhl oder im gemeinsamen Bußgottesdienst, dann wird uns diese auch zuteil. Das Ergebnis der Kirchensammlung bei diesem Gottesdienst kommt den Franziskanern in Salzburg zur Betreuung von Obdachlosen und Haftentlassenen zugute.


WEIHNACHTSGOTTESDIENSTE

Bitte beachten Sie die entsprechenden Informationen im Pfarrblatt.


DREIKÖNIGSSINGEN

In den Tagen nach Neujahr werden wieder Buben und Mädchen mit der Dreikönigsaktion Menschen in der Dritten Welt helfen, damit sie dann sich selbst helfen können, also Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Viele Menschen konnten auf diesem Weg aus der Not geholfen werden. Ich möchte Sie bitten, den Kindern Ihre Türen und Ihr Herz zu öffnen, damit die diesjährige Sammlung wieder erfolgreich verlaufe.


STERNSINGEN

Schon seit mehreren Jahren pflegen die Männer des Volksliedchores Grödig den alten Brauch der Sternsinger. Lieder, die seit langen Zeiten in Heiligblut gesungen wurden, künden vom weihnachtlichen Geheimnis. Am 5. Jänner um 19.00 Uhr erklingen diese Lieder im Rahmen eines Wortgottesdienstes in unserer Kirche. Ich möchte sehr herzlich zur Teilnahme an dieser Feier einladen.


Abschließend wünsche ich allen Bewohnern unseres Ortes ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie ein gutes und glückliches Neues Jahr! Mit diesen Wünschen verbinde ich den Dank an alle, die im Rahmen der Kirchengemeinschaft mitarbeiten und so für deren Gelingen einen Beitrag leisten. Möge dies auch im kommenden Jahr der Fall sein!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


Kulturelle Veranstaltungen zum Adventmarkt 2011.
Webseite des Adventmarktes St. Leonhard: www.adventmarktsanktleonhard.at