Hl. Leonhard

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St. Leonhard, den 21. September 2011


„J A   D Ü R F E N S   D E N N  D A S ?”


Von Kaiser Ferdinand, mit dem Beinamen „der Gütige“, der intellektuell nicht gerade das höchste Niveau aufwies, um es beschönigend zu formulieren, wird berichtet, dass er 1848, als in Wien die Bürger gegen das Metternich-Regime revoltierten, diese Frage gestellt habe. Daran fühlt man sich angesichts der Reaktion mancher Bischöfe auf die Ansage von mehr als 300 Priestern, sich nicht mehr an die Weisungen des römischen Systems und die Vorgaben einer totalen Diktatur in der Kirche halten zu wollen und die daher zum „Ungehorsam“ aufriefen, erinnert. Das Reizwort „Ungehorsam“ war anscheinend notwendig, um überhaupt eine Reaktion zu erreichen. Durch mehr als vierzig Jahre wurden immer wieder Resolutionen, Bitt- und Denkschriften an die Bischöfe und letztlich an Rom gerichtet, um mehr als überfällige Reformen zu erwirken. Das Gegenteil ist eingetreten, denn die Reformen, die vor nahezu fünfzig Jahren vom Konzil beschlossen bzw. auf den Weg gebracht wurden, sind inzwischen von Rom scheibchenweise zurückgenommen worden und heute sind wir soweit, uns von Rom sagen lassen zu müssen, dass das Konzil und seine Reformvorhaben ein „Betriebsunfall“ waren und deshalb wieder vorkonziliare Verhältnisse hergestellt werden müssen. Wenn gerade von dieser Seite der „Ungehorsam“ beklagt wird, so soll man nicht vergessen, dass es in der Kirche keinen sklavischen Kadavergehorsam geben darf, der zu allem, was von oben kommt, Ja und Amen sagt, sondern dass es um einen „vernünftigen“ Gehorsam geht, der von denen, die Gehorsam erwarten, Offenheit für und Eingehen auf berechtigte Wünsche und Anliegen voraussetzt. Wenn das durch mehr als vierzig Jahre nicht der Fall war, wenn alle Bemühungen auf taube Ohren stießen, darf man sich nicht wundern, wenn diesen Reformverweigerern Ungehorsam entgegengebracht wird. Wenn die sogenannten „Hirten“ die Herde Christi - nicht ihre „Herde“- in die Irre führen, dann ist jeder dazu aufgerufen, dies zu verhindern bzw. den Gehorsam zu verweigern. Wenn durch all die Jahre über sachlich mehr als begründete Anliegen nicht einmal eine offene Diskussion geführt werden konnte, wenn die Antwort immer nur Njet lautete, dann ist Selbsthilfe ein Gebot der Stunde. Ich stehe voll und ganz zu den Forderungen der Pfarrerinitiative und war vor vierzig Jahre einer der Erstunterzeichner eines Aufrufs von Professoren „Wider die Resignation“ und habe mir inzwischen abgewöhnt, römische Weisungen auch nur zu lesen. Was im kleinen Rahmen einer Kirchengemeinschaft wie St. Leonhard an Reformen möglich ist, geschieht auch: Gläubige Christen sind ungeachtet ihrer Konfession zur Teilnahme am Herrenmahl eingeladen, desgleichen wiederverheiratete Geschiedene, denen auch ein kirchlicher Trauungsgottesdienst angeboten wird. Es gibt bei uns gemeinschaftliche Bußgottesdienste, zur Kommunionausteilung wird keine amtskirchliche Erlaubnis erbeten usw. Es ist wohl der einzige Weg, einfach das zu tun, was man als richtig und möglich erkennt, ohne lange auf Erlaubnisse der Amtskirche zu warten, denn je mehr man fragt, umso wichtiger kommen sich die vor, die dann eine „Erlaubnis“ erteilen. Vor vielen Jahrzehnten gab es in Kärnten einen Pfarrer, der seine Einstellung zur Amtskirche dadurch zum Ausdruck brachte, dass er die Briefe an die bischöfliche Behörde, das Ordinariat, prinzipiell an das „Ordinarriat“ richtete. Wie er wohl Briefe an Rom adressiert hätte, kann ich nur erahnen. Die Revolution von 1848 hat das Metternich-Regime hinweggefegt, ob es einer Kirchenrevolte heute gelingt, das römische Regime zu ändern, wage ich zu bezweifeln. Umso wichtiger ist es, sinnlose Anordnungen und Bestimmungen, durch die sich die Amtskirche nur zum Gespött der Gesellschaft macht (angefangen von der Pillenenzyklika bis zur Wiedereinführung der vorkonziliaren Messe) einfach zu ignorieren. Ein bedeutender Theologe hat vor mehr als einhundert Jahren gesagt: „Jesus Christus verkündete das Reich Gottes, gekommen aber ist die Kirche“ und meinte damit das, was wir als „Amtskirche“ bezeichnen. Einer solchen Amtskirche den Gehorsam aufzukündigen und sich wieder auf die befreiende Botschaft Jesu Christi zu besinnen, kann nur gut und richtig sein. Der „Ungehorsam“ der mehr als 300 Pfarrer in Österreich ist ein guter Schritt auf diesem Wege. Dies meint

Ihr
Dr. Franz Nikolasch


Christophorus-Sammlung

Die alljährliche gegen Ende Juli stattfindende Christophorus-Sammlung, deren Ergebnis zum Ankauf von Fahrzeugen dient, die dann Missionaren oder Missionsschwestern in Afrika, Südamerika oder Südostasien zur Verfügung gestellt werden, erbrachte dieses Jahr einen Betrag von € 303.- Bei den gewaltigen Entfernungen, die in diesen Ländern zu bewältigen sind, bilden Fahrzeuge jeder Art eine wertvolle Hilfe und Unterstützung bei der auch sonst nicht leichten Arbeit in den Missionsgebieten


Caritas-Sammlung

Die diesjährige August-Sammlung fiel mit den Nachrichten von der entsetzlichen Dürre- und Hungerkatastrophe am Horn von Afrika zusammen. Obwohl das Endergebnis noch nicht feststeht, konnte bereits ein Betrag von rund € 1.200.- erzielt werden. Da die Caritas an der gesamtösterreichischen, vom ORF beworbenen Aktion „Nachbar in Not“ beteiligt ist, kommen die Mittel auf diesem Wege unmittelbar der notleidenden Bevölkerung in den besonders betroffenen Gebieten zugute. Es geht dabei nicht nur um eine Soforthilfe, sondern auch um längerfristig angelegte Projekte, die den dort lebenden Menschen ermöglichen sollen, eigenständig sich ihren Lebensunterhalt zu erwerben, also Hilfe zur Selbsthilfe. Namens der Caritas sei allen, die durch ihre Spenden zu diesem Ergebnis beigetragen haben, herzlich gedankt.


Erntedankfest

Am Sonntag, 25. September, findet in St. Leonhard die Erntedankfeier statt, die von den St. Leonharder Trachtenfrauen und dem Volksliedchor Grödig mitgestaltet wird. Um 8.15 Uhr erfolgt am Kirchplatz die Segnung der Erntekrone, anschließend die Prozession und der Gemeindegottesdienst. Zum Abschluß überreichen die Trachtenfrauen allen Mitfeiernden ein Büscherl gesegneter Ähren als Erinnerung. Um 10.00 Uhr findet der Kindergottesdienst mit einer Erntedankfeier statt. Die Kirchensammlung beider Gottesdienste soll der Aktion „Menschen für Menschen“ zukommen, die sich besonders um die Landbevölkerung in Äthiopien annimmt, die z.T. auch von der Dürrekatastrophe betroffen ist.


Hubertusmesse

Am Sonntag, 23. Oktober feiern wir um 10.00 Uhr bei der Hubertuskapelle gemeinsam mit der Grödiger Jägerschaft die Hubertusmesse. Sie erinnert an den Schutzpatron der Jäger, den hl. Hubertus, der nach einer Legende auf der Jagd einen Hirsch erblickte, in dessen Geweih sich ein leuchtendes Kreuz befand. Hubertus soll im Jahre 727 bei Lüttich gestorben sein.


Allerheiligen

Am Fest „Allerheiligen“ findet um 10.00 Uhr der Gemeindegottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft statt und um 13.30 Uhr gedenken wir beim Festgottesdienst besonders der Verstorbenen des vergangenen Jahres.


Leonhardi-Ritt

Am Sonntag, 6. November, dieses Jahr also am Gedenktag des hl. Leonhard, feiern wir das Fest des Patrons unserer Kirche. Um 8.15 Uhr findet der Gemeindegottesdienst statt, der vom Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 9.00 Uhr folgt der Empfang der Reitergruppen und anschließend der Zug zur Festwiese, wo der Festgottesdienst und abschließend die Segnung der Reitergruppen erfolgt. In den nahezu 40 Jahre seines Bestehens ist der Leonhardi-Ritt für unseren Ort zu einem unverzichtbaren Bestandteil des religiösen Brauchtums geworden.


Glaubensgespräch

Auch in den kommenden Monaten findet wieder das Glaubensgespräch statt, das sich mit dem 2. Vatikanischen Konzil, seinen Wurzeln, seiner Vorbereitung und seinem Verlauf befassen wird. Im Oktober 2012 sind seit der Eröffnung dieser Kirchenversammlung fünfzig Jahre vergangen. Bis zum heutigen Tag wird in der Kirche um die Verwirklichung der von dieser Kirchenversammlung initiierten Reformen gerungen. Das erste Glaubensgespräch zum Thema „Wie kam es zum Konzil?“ findet am Freitag, 7. Oktober im Anschluß an die Abendmesse, also um 19.30 Uhr statt.