Hl. Leonhard

Titelbild

St. Leonhard, den 10. Oktober 2010

EUCHARISTISCHE GASTFREUNDSCHAFT

Die meisten Leser werden mit diesem sperrigen Begriff nicht viel anfangen können, gemeint ist die Einladung von Mitgliedern anderer christlicher Konfessionen zur zentralen Feier jeder christlichen Gemeinde, nämlich der Feier des Herrenmahles oder Abendmahles. In der Vergangenheit war es so, dass eine solche Einladung selbst innerhalb der evangelischen Kirchen (Lutheraner, Reformierte) undenkbar war. Vor rund fünfzig Jahren änderte sich dies: beide Konfessionen haben miteinander auch die Gemeinschaft am Tisch des Herrn, sie sind aber jetzt auch offen für Mitglieder anderer Kirchen. Im Gegensatz dazu lehnt die katholische Amtskirche diese Gemeinschaft ab mit der Begründung, dass sie die volle Glaubensgemeinschaft und Einheit voraussetze, die nicht gegeben sei. Zwar hat das Konzil bereits vor mehr als vierzig Jahren eine offenere Haltung vertreten und unter bestimmten Voraussetzungen eine Gemeinschaft am Tisch des Herrn als möglich erachtet, aber das Konzil ist lange vorbei und von der Amtskirche verdrängt, heute weht wieder ein konservativ-reaktionärer Wind. Man muss jedoch sagen, dass diese Haltung immer mehr innerhalb der Gemeinden auf Ablehnung stößt. Man muss auch offen sagen, dass diese Haltung ein Skandal ist, nicht nur gegenüber den anderen christlichen Kirchen, sondern vor allem gegenüber dem Vermächtnis des Herrn und dem Verständnis der christlichen Taufe. Nach den Aussagen des Apostel Paulus gliedert die Taufe in die Lebens- und Schicksalsgemeinschaft Jesu Christi ein: „In der Taufe sterben wir mit Christus, werden wir mit ihm begraben, werden wir aber auch mit ihm zum Leben auferweckt!“ Da nach unserem Verständnis die Taufe in allen christlichen Kirchen gültig ist, ereignet sich auch in den anderen christlichen Kirchen bei der Taufe eine Eingliederung in die Gemeinschaft Jesu Christi. Daher bilden alle Getauften auch untereinander eine Gemeinschaft. Im Grunde genommen gibt es kein Getrenntsein der Christen, da sie aufgrund der Taufe mit Christus und miteinander eins sind. Und wenn die Feier des Herrenmahles Ausdruck unserer Gemeinschaft mit Christus ist, dann hat niemand das Recht, anderen Christen die volle Teilnahme an diesem Mahl zu verbieten, schließlich sind wir alle Gäste am Tisch des Herrn, der uns und alle, die aufgrund der Taufe an seinem Leben teilhaben, einlädt. Kein Gast hat das Recht, dem Gastgeber vorzuschreiben, wer eingeladen werden darf und wer nicht. Aus diesem Grund sind bei uns in St. Leonhard alle Christen, welcher Konfession sie auch immer angehören mögen, eingeladen, am Mahl des Herrn, an der Eucharistiefeier teilzunehmen. Wir haben kein Recht einander auszugrenzen und einander die Mahlgemeinschaft zu verwehren. Es gilt auch hier das Wort des Apostels Paulus, das er zwar in einem anderen Zusammenhang gebraucht, nämlich „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude!“

Dr. Franz Nikolasch

TOTENKAPELLE

Wie schon angekündigt, hat die Vorhalle der Totenkapelle eine Teilverglasung erhalten, deren künstlerische Gestaltung durch Herrn René Jan Kühmeier allgemeine Zustimmung erfahren hat.

Projektentwurf für die Aussegnungshalle St. Leonhard: René Jan Kühmeier

Vorlage für den Entwurf war Arnold Böcklins Gemälde „Die Toteninsel“. Der bekannte Schweizer Maler lebte von 1827 bis 1901 und hat in den Jahren 1880 – 1883 fünf Fassungen dieses Themas geschaffen. Die farbliche Gestaltung, in der die hellen Töne überwiegen, soll Ausdruck dafür sein, dass, wie Paulus sagt, wir Christen nicht trauern sollen wie die anderen, die keine Hoffnung haben: „Wenn Jesus –und das ist unser Glaube- gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen“(1 Thess. 4,14). So ist für uns der Tod Weg zum Leben. Das bewusst zu machen, war das Anliegen des Konzils und seines  Erneuerungsprogramms gewesen, wenn auf den „österlichen Charakter“ der christlichen Begräbnisfeier verwiesen werden soll. In unserer Zeit und in unserer Gesellschaft, die mit der christlichen Botschaft nicht mehr viel anzufangen weiß, ist es gerade angesichts der Unausweichlichkeit des Todes wichtig, den Menschen Hoffnung und Zuversicht inmitten der Trauer und des Leides zu vermitteln. Die Bildfolge zeigt von links nach rechts die Seele in einem Kahn, der, umflutet von hellem Licht, sich zur Toteninsel hin bewegt, die den Mittelteil bildet, während rechts ein Engel die Seele erwartet. Die Farben Gelb, Gold und Rot symbolisieren die Hoffnung auf Auferstehung und Leben. Die Kirchengemeinschaft dankt dem Künstler, der ausführenden Firma grafix & more sowie der Firma Leube, deren Geschäftsführer Mag. Rudolf Zrost die Finanzierung übernommen hat. Gleichzeitig wurde durch die Markgemeinde Grödig auch der Kirchenplatz neu gestaltet, der in den vergangenen Jahren aufgrund der kaputten Pflasterung zu einem Sanierungsfall geworden war. Die Kirchengemeinschaft dankt der Marktgemeinde, dass trotz finanzieller Engpässe diese Sanierung durchgeführt werden konnte.

CARITASSAMMLUNG

Die diesjährige Caritas-Sammlung war vor allem für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan bestimmt und erbrachte bei den Kirchensammlungen an den beiden Sonntagen 29. August und 5. September insgesamt € 1.163.- Da die Caritas unmittelbar vor Ort tätig ist, kann man sicher sein, dass jeder Euro dort landet, wo er hingehört, nämlich bei den Menschen, die durch die Flutkatastrophe alles verloren haben.

GLAUBENSGESPRÄCH

Das nächste Glaubensgespräch findet am Freitag, 22. Oktober um 19.30 Uhr statt und befasst sich mit der Stellung des Papstes in der Kirche aufgrund der Festlegungen des 1. Vatikanischen Konzils vom Jahre 1870 und den seither erfolgten Entwicklungen.

HUBERTUSMESSE

Am Sonntag, 24. Oktober findet um 10.00 Uhr bei der Hubertuskapelle die Hubertusmesse mit der Grödiger Jägerschaft statt. Der Legende nach wurde der Heilige durch eine Erscheinung bekehrt: er sah einen Hirschen, in dessen Geweih sich ein leuchtendes Kreuz befand. Hubertus soll im Jahre 727 bei Lüttich gestorben sein.

ALLERHEILIGEN

Am Fest Allerheiligen findet um 10.00 Uhr der Gemeindegottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft statt, um 13.30 Uhr gedenken wir beim Gottesdienst der Verstorbenen des vergangenen Jahres; im Anschluss erfolgt die Gräberbesprengung.

LEONHARDI-RITT

Am Sonntag, 7. November feiern wir das Fest des Patrons unserer Kirche, des hl. Leonhard. Um 8.15 Uhr findet der Gemeindegottesdienst statt, der musikalisch vom Volksliedchor Grödig gestaltet wird. Um 9.00 Uhr erfolgt der Empfang der Reitergruppen und anschließend der Zug zur Festwiese, wo der Festgottesdienst und die Segnung der Reitergruppen erfolgt. In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens wurde der Leonhardi-Ritt für unseren Ort zu einem unverzichtbaren Bestandteil des religiösen Brauchtums.