Hl. Leonhard

Titelbild

St. Leonhard, den 26. Juni 2010

EVOLUTION UND/ODER SCHÖPFUNG?

Am Anfang unseres Glaubensbekenntnisses heißt es: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Damit bekennen wir, dass letztlich alles Existierende, die gesamte Schöpfung, einen Ursprung hat und diesen Ursprung nennen wir Gott. Bis vor 150 Jahren herrschte allgemein die Meinung, dass dieser Gott der unmittelbare Ursprung von allem ist, was existiert, entsprechend dem Bericht am Anfang des Alten Testaments, wo geschildert wird, wie Gott im Laufe von sechs Tagen Licht und Finsternis, Himmel und Erde, Wasser und trockenes Land, Pflanzen und Tiere und schließlich den Mensch geschaffen hat, den Adam, aus dessen Rippe dann die Frau hervorging. Bei den evangelikalen fundamentalistischen Kirchen im Mittleren Westen der USA ist dies heute noch die offizielle Glaubenslehre, die auch in den Schulbüchern vertreten wird. Die katholische Amtskirche hat die längste Zeit ähnliche Positionen vertreten, inzwischen aber, zwar spät aber doch von diesen Vorstellungen Abschied genommen. Das 2. Vatikanische Konzil hat dafür die entscheidenden Impulse geliefert und die Eigenständigkeit der Naturwissenschaften auch in der Deutung der Entstehung des Universums anerkannt. Dies bedeutet, dass die Erkenntnisse, die Charles Darwin vertreten hat, nämlich dass es in der belebten Welt eine Entwicklung, eine Evolution gibt, mit dem heutigen Verständnis der biblischen Texte im Einklang stehen und dass Schöpfung durch Gott keineswegs bedeutet, dass jedes Lebewesen für sich unmittelbar von Gott geschaffen wurde.
Sieht man sich heute die populärwissenschaftlichen Deutungen des Kosmos, des Lebens und speziell der Geistigkeit des Menschen an, so wird Gott nicht einmal in einer Randbemerkung erwähnt, alles hat sich gewissermaßen von selbst entwickelt: Vor mehr als 13 Milliarden Jahren gab es den Urknall, durch den sich das Universum bis zum heutigen Tag und auch in Zukunft ausdehnt, vor rund vier Milliarden Jahren entwickelte sich unser Sonnensystem mit der Erde und irgendwann einmal hat sich auf dieser Erde das Leben entwickelt, von den primitivsten Formen von Einzellern bis hin zur sogenannten Krone der Schöpfung, dem Menschen. Sicher kann niemand verleugnen, dass es in der Natur Evolution, Entwicklung des Lebens gibt. Was sich im Kleinen bei jeder Entwicklung eines Samens bis hin zur fertigen Pflanze oder von einer befruchteten Eizelle bis hin zum Menschen abspielt, ist irgendwie ein Abbild der Entwicklung, die das Leben insgesamt genommen hat. Es ist aber sicher zu kurz gegriffen, wenn man für all das einfach „die Natur“ letztlich verantwortlich macht. Was steckt doch an Entwicklungspotential in einem Samenkorn, was ist doch alles in einer befruchteten Eizelle an Erbgut angelegt, wir sprechen heute von den Genen oder von der DNA-Kette, in der alle Anlagen und Fähigkeiten und die gesamte Individualität eines Menschen enthalten ist, bis hin zu den kleinsten und nebensächlichsten Details. Wir können wissenschaftlich wohl erklären, wie alles zusammenwirkt und was alles hier mitspielt, aber warum es so ist, darauf können wir keine Antwort geben. Oder gehen wir zurück zum Anfang alles Existierenden, dem „Urknall“. Wie und wieso kam es dazu, was war vorher, woraus entstand die gesamte Materie des Kosmos bis hin zu den Milliarden Jahre entfernten Milchstraßen und Sonnensystemen? Wir haben kein Recht, die Erkenntnisse der Naturwissenschaften in Frage zu stellen, aber auf die letzten Fragen können uns die Wissenschaften doch keine Antwort geben. Sie können nur die Wirklichkeit innerhalb von Raum und Zeit erforschen, nicht jedoch das, was vor und jenseits von Raum und Zeit existiert. Diese Wirklichkeit nennen wir Gott, in ihm sehen wir den Ursprung und Urgrund des Universums, den Schöpfer von Himmel und Erde. Es gibt nicht ein entweder Evolution oder Schöpfung, sondern ein sowohl als auch, denn Evolution setzt voraus, dass etwas existiert, das sich entwickelt und entfaltet, Schöpfung ist Grundlage und Voraussetzung dafür. Naturwissenschaften und Glaube sind nicht Gegensätze, sondern bedingen letztlich einander. Wenn wir uns zu Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde bekennen, dann sind wir nicht unaufgeklärte, einem wissenschaftsfeindlichen Mittelalter verpflichtete primitive Geister, sondern wir stehen auf der Höhe der Zeit, denn Urknall und Evolution vermögen zwar alles Existierende zu deuten, setzen dieses aber voraus, während allein der Glaube Antworten auf das allem Existierenden Zugrundeliegende zu geben vermag. Es ist daher kurzsichtig und letztlich „unwissenschaftlich“, nicht an Gott zu glauben. Dieser Glaube hat allerdings seine Konsequenzen, denn es ist der Glaube an einen Gott, der in seinem Sohn einer von uns geworden ist und durch ihn uns die frohe und befreiende Botschaft unserer Erlösung gebracht hat, die unserem Leben Sinn und Ziel zu geben vermag. Dies meint

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

ADVENTMARKT 2009

Inzwischen hat die Lebenshilfe Salzburg die Abrechnung zum Adventmarkt 2009 fertiggestellt. Nach Abzug aller Ausgaben für Waren und Betriebskosten beträgt der Reinertrag € 93.726.- In diesem Betrag sind nicht nur die Erträge der einzelnen Verkaufsstände enthalten, sondern auch die der Adventfeiern in der Kirche, deren Mitwirkende ebenfalls unentgeltlich mitmachen, um so einen Beitrag für die Lebenshilfe zu leisten. Als ein kleines Vergelt´s Gott wird ihnen vom Tourismusverein ein Essensbon von € 5.- gegeben. Dafür sei dem Tourismusverein herzlich gedankt. Über das Gesamtergebnis dürfen sich alle freuen, die zum Gelingen beigetragen haben.

KIRCHWEIHFEST

Am Sonntag, 5. September findet das Kirchweihfest unserer Kirche, der Kirchtag, statt. Der Festgottesdienst um 10.00 Uhr wird musikalisch vom Volksliedchor Grödig gestaltet, die St. Leonharder Trachtenfrauen werden nach der Segnung der Blumen und Kräuter allen Mitfeiernden ein Büscherl überreichen.

WALLFAHRT DER KIRCHENGEMEINSCHAFT

Am Samstag, dem 11. September findet die traditionelle Wallfahrt der Kirchengemeinschaft statt. Sie führt uns diesmal nach Bad Tölz, wo alljährlich die berühmte „Leonhardi-Fahrt“ stattfindet, wohl die bedeutendste aller Veranstaltungen zum Fest des hl. Leonhard am 6. November. Abfahrt ist um 7.30 Uhr vom Kirchplatz in St. Leonhard. In Bad Tölz feiern wir in der Leonhardi-Kapelle den Gottesdienst. Die Heimfahrt geht dann über Tegernsee, Wildbad Kreuth und den Achensee ins Inntal und dann über das Deutsche Eck zurück nach St. Leonhard.
Die Fahrtkosten betragen €  15.- Anmeldungen wie immer bei Frau Wall Tel. 06246/72405.

Allen Mitgliedern unserer Kirchengemeinschaft und allen, die unser Mitteilungsblatt erreicht, wünsche ich einen schönen Sommer und eine erholsame Urlaubszeit!