Hl. Leonhard

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St. Leonhard, den 18. April 2010

ERDBEBEN ERREICHT ROM – MIT RECHT

Unter diesem Titel schrieb der bekannte katholische Publizist Hubert Feichtlbauer folgenden Kommentar zu den Ereignissen der letzten Monate, mit dessen Inhalt ich mich identifiziere und den ich Ihnen deshalb auch mitteilen möchte: „Das Erdbeben in der katholischen Kirche hat den Vatikan erreicht, und die Frage, wie der Papst seinerzeit als Erzbischof von München mit einem Missbrauchsfall umgegangen ist, stellt nur ein Staubkorn des Problems dar. Dass der Missbrauchsskandal nicht monokausal durch den Zölibat zu erklären ist, bleibt unbestritten. Der Zusammenhang mit Sexualität und Macht aber auch.
Was wirklich Sache ist, hat der australische Bischof Geoffrey Robinson so formuliert: „Radikale Änderungen“ im kirchlichen System müssten kommen und „von niemand anderem als vom Papst ausgehen“. Die Kirche habe im letzten Jahrhundert ein zentralistisches Machtsystem ausgebildet, das viele Nicht-Dogmen zu Quasi-Dogmen hochstilisiert und durch Gehorsamseide zementiert habe: die ganze Sexual- und Ehemoral, Zölibat, Frauenweihe usw.
Nun wissen wir längst, dass sexueller Missbrauch oft vor allem Machtdemonstration ist. In einer Institution, die auf totalen Gehorsam setzt, signalisieren geistliche Autoritätspersonen: Was ich da mit dir aufführe, ist Erziehung zur Lebensertüchtigung! Unmündige nickten dazu schaudernd, darüber (selten genug) informierte Eltern meistens noch stärker. Einstmals…
In der Sündenpyramide von Bischöfen rangiert Widerspruch gegen Rom an der Spitze. Aber in mehreren Bischofssynoden hat doch die Mehrheit für Beibehaltung des Pflichtzölibats plädiert? Da lachen selbst katholische Hühner: Der zuhörende Papst macht ein Nein undenkbar! Nun lesen wir, der Vatikan bereite ein schrittweises Abgehen vom Pflichtzölibat in den nächsten 50 Jahren vor. Weltfremder geht´s nicht mehr. Dem Salzburger Erzbischof, der gleich darüber reden möchte, hängen wir zuerst einmal einen Maria-Theresien-Orden für Mut vor Fürstenthronen um. Angesichts der Ruinen kirchlicher Sexual- und Herrschaftsmoral ist eine Reformdebatte, die nicht ein bejahrter Zölibatär entscheidet, überfällig“.

Ergänzend möchte ich noch hinzufügen: Als das Konzil vor mehr als 45 Jahren eine Debatte zum Zölibat abhalten wollte, wurde ihm dies durch den damaligen Papst Paul VI. untersagt. Derselbe Papst untersagte dem Konzil auch eine Stellungnahme zur Empfängnisregelung. Mit der Pillenenzyklika kam dann das Gegenteil dessen, was das Konzil im Sinne hatte als es die Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit der Zielsetzungen der Sexualität, nämlich Weitergabe des Lebens und Bezeugung der gegenseitigen Liebe, anerkannte. Vor dem, was dann der Papst eigenmächtig und gegen die überwiegende Mehrheit der von ihm selbst eingesetzten Kommissionen entschied, hatte Kardinal Suenens am Konzil mit den Worten gewarnt, ein Fall Galilei sei für die Kirche genug! Mit seinen Entscheidungen hatte der Papst nicht nur das Konzil desavouiert, sondern die Kirche, genauer gesagt die Amtskirche in der heutigen Gesellschaft der Lächerlichkeit preisgegeben. Was Papst Paul VI. mit der Demontage des Konzils und damit auch des Aufbruchs der Kirche in die heutige Zeit begonnen hatte, haben seine Nachfolger Johannes Paul II. und der jetzige Papst zielbewußt weitergeführt, sodass heute die Erneuerung der Kirche nur mehr ein Wunschtraum ist. Das große Anliegen, das Papst Johannes XXIII. bei der Einberufung des Konzils bewegt hatte, nämlich dass die Kirche sich den heutigen Problemen und dem heutigen Denken stellen müsse, dass sie ein „aggiornamento“ vollziehen müsse, ist heute in Rom längst verdrängt und vergessen. Was die Kirche betrifft, sind wir wieder in längst vergangenen Zeiten gelandet. Rom hat seine Aufgabe als Totengräber des Konzils und der Erneuerung der Kirche erfüllt. Was Kardinal Suenens in seinem berühmten Interview vom Jahre 1969 als Aussage eines römischen Prälaten zitiert hat, nämlich „lassen wir die Bischöfe ruhig reden, einmal werden sie schon nach Hause gehen und dann werden wir, die wir hier bleiben, die Verheerungen wieder in Ordnung bringen“, ist in Erfüllung gegangen. Hat aber eine Kirchenleitung, die verbindliche Entscheidungen eines Konzils für unverbindlich erklärt, überhaupt noch einen Anspruch auf Anerkennung oder muß ihr nicht in aller Entschiedenheit widersprochen und Widerstand um der Glaubwürdigkeit der Kirche willen geleistet werden? Diese Frage ist für mich keine Frage mehr!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

RÜCKBLICK

Der Familienfasttag, mit dessen Ergebnis konkrete Projekte der Katholischen Frauenbewegung in der Dritten Welt unterstützt werden, erbrachte insgesamt € 575.- und die Kirchensammlung am Gründonnerstag, die den Straßenkindern in Moldawien zugute kommen soll, erbrachte € 135.- Dieser Betrag wurde noch aufgestockt durch die Spenden für die Palmbuschenscharten von Herrn Lechner, sodass insgesamt € 265.- überwiesen werden konnten.

GLAUBENSGESPRÄCH

Am Freitag, 30. April findet im Anschluß an die Abendmesse um 19.00 Uhr das Glaubensgespräch statt. Hatte sich das letzte mit der österlichen Vorbereitungszeit beschäftigt, so ist diesmal das Thema „Ostern – das Fest der 50 Tage“.

MAIANDACHTEN - MARIENSINGEN

Am Samstag, 1. Mai findet die Maiandacht in Verbindung mit der Vorabendmesse statt. Am 15. Mai treffen wir uns auch um 19.00 Uhr bei der Hubertuskapelle, ebenso auch am Samstag, 29. Mai. Für den Samstag, 22. Mai in die Maiandacht bei der Barbarakapelle am Gutratsberg vorgesehen. Von der Firma Leube wird der Zugang über den Steinbruch für diesen Anlass freigegeben. Die Maiandachten in der Hubertuskapelle wie bei der Barbarakapelle können natürlich nur bei gutem Wetter stattfinden, andernfalls finden sie in der Kirche St. Leonhard statt. Am Samstag, 8. Mai findet um 19.00 Uhr als Höhepunkt der Maiandachten das traditionelle Mariensingen des Volksliedchores Grödig in unserer Kirche statt.

WALLFAHRTEN

Am Freitag, 18. Juni halten wir wieder die Wallfahrt nach Maria Ettenberg. Der Gottesdienst findet um 19.30 Uhr in der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg statt. Wie in den vergangenen Jahren wird auch diesmal der Volksliedchor Grödig für die musikalische Gestaltung Sorge tragen.
Die Wallfahrt der Kirchengemeinschaft findet am Samstag, 11 September statt und führt diesmal nach Bad Tölz, wo wir in der Leonhardkapelle den Gottesdienst feiern werden. Bad Tölz ist ja für seine Leonhardi-Fahrt berühmt, die auch eine Anregung für unseren Leonhardi-Ritt war.

ERSTKOMMUNION-NACHFEIER

Die traditionelle Nachfeier der Erstkommunion für die Kinder aus dem Bereich von St. Leonhard findet diesmal am Sonntag, 16. Mai im Rahmen des Kindergottesdienstes um 10.00 Uhr statt.