Hl. Leonhard

St. Leonhard, den 21. Februar 2009

DER PAPST UND DAS KONZIL

Am 24. Jänner feiert die Kirche das Fest Pauli Bekehrung in Erinnerung an das Damaskus-Erlebnis, das aus dem erbitterten Verfolger der christlichen Gemeinden den glühendsten Verkünder der Frohbotschaft Jesu Christi gemacht hat. Seit mehr als 100 Jahren ist dieser Tag auch Abschluß einer weltweiten Gebetswoche der verschiedensten christlichen Kirchen und Gemeinschaften, die sich auf das Vermächtnis des Herrn besinnen, dass alle, die an ihn glauben, auch untereinander eins sein sollen. Dieses Gedenken hatte seinen Ursprung in Kirchen der Reformation, erst relativ spät hat sich auch die katholische Kirche dieser Feier angeschlossen. So hat vor genau 50 Jahren der damalige Papst Johannes XXIII. in der Paulsbasilika in Rom zu diesem Thema einen Gottesdienst gefeiert und anschließend die römischen Kardinäle zu einer Besprechung gebeten, in deren Verlauf er u. a. seine Absicht ankündigte, eine gesamtkirchliche Versammlung, ein Konzil einzuberufen, um eine umfassende Erneuerung der Kirche in Angriff zu nehmen und dadurch einen Beitrag zur Wiederherstellung der sichtbaren Einheit aller christlichen Kirchen zu leisten. Die Verwirklichung dieser Idee sollte die Kirche aus dem Mittelalter in die heutige Zeit führen, der Papst sprach von einem „aggiornamento“, einer „Verheutigung“ der Kirche. Trotz aller Widerstände vor allem aus der römischen Kurie und anderen extrem konservativen Kreisen konnte diese Versammlung, an der neben den Bischöfen aus der ganzen Welt auch Beobachter der anderen christlichen Kirchen teilnahmen, in den Jahren 1962 - 65 stattfinden und in ihren Dokumenten und Beschlüssen eine umfassende Reform der Kirche und eine Rückbesinnung auf die biblischen Quellen in die Wege leiten. Dass in der Zeit nach diesem Konzil der Aufbruch und die Erneuerung wieder zurückgenommen und durch die römische Amtskirche in jeder Hinsicht sabotiert wurden, ist die leidvolle Erkenntnis der vergangenen Jahrzehnte. Diese Abwendung von Erneuerung und Reform der Kirche begann unter Papst Paul VI., zeigte sich ganz massiv unter Papst Johannes Paul II. und findet nun ihren Abschluss unter Benedikt XVI.
Der gegenwärtige Papst hat nach meiner Kenntnis an diesem 24. Jänner weder an der weltweiten Gebetswoche um die Einheit der Christen teilgenommen, noch des 50 jährigen Jubiläums der Ankündigung des Konzils durch Papst Johannes XXIII. gedacht, obwohl er sich sonst mit Jubiläen auskennt, denn im vergangenen Jahr hat er des 40 jährigen Jubiläums der berüchtigten „Pillenenzyklika“ Pauls VI. gedacht und dessen „weise Entscheidung“ in den höchsten Tönen gelobt, eine Entscheidung, die am Anfang eines verheerenden Autoritätsverlustes Roms und der Amtskirche insgesamt stand. Indirekt hat der gegenwärtige Papst aber doch das 50 jährige Jubiläum der Konzilsankündigung wahrgenommen, nämlich wenn er genau zu diesem Zeitpunkt die Bischöfe der Pius-Bruderschaft wieder in die Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen, eine Bruderschaft, die von Erzbischof Lefebvre gegründet wurde und alle Beschlüsse des Konzils sowie jede Reform in der Kirche vehement ablehnt. Ein Teil dieser Gemeinschaft wurde als „Petrus-Bruderschaft“ vom Vorgänger des jetzigen Papstes in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen, ohne dass sie von ihrer Ablehnung des Konzils auch nur einen Beistrich zurückgenommen hatte; sie wurde vom Papst nur zum „Studium“ der Konzilsdokumente verpflichtet. Diesmal wurde als Voraussetzung für die Aufhebung der Exkommunikation nicht einmal ein „Studium“ gefordert, das heißt, man kann Katholik sein, ohne jede Beachtung des Konzils, das damit zu einem unverbindlichen Ereignis degradiert und für die Zugehörigkeit zur Kirche bedeutungslos wurde. Das bedeutet eine definitive Absage an jede Reform und Erneuerung der Kirche sowie eine Absage an alle Bemühungen, eine sichtbare Einheit der Christen zu verwirklichen, was der gegenwärtige Papst ja bereits mehr als deutlich bekundet hat, insofern er allen getrennten Christen ausrichtete, das nur die katholische Kirche die alleinige wahre Kirche Christi sei. Es ist unsere Aufgabe, uns diesen Entwicklungen mit aller Kraft zu widersetzen und am Reformprogramm des Konzils, das immerhin vom damaligen Papst und allen Bischöfen der Gesamtkirche gebilligt wurde, festzuhalten.
Es ist gerade in den letzten Jahren unter dem gegenwärtigen Papst soviel an Rückschritt passiert, die vielen drängenden Probleme bleiben ungelöst und es geht die Angst um, dass die Kirche immer mehr zu einer Sekte verkommt mit den typischen Merkmalen eines autoritären Absolutismus, dogmatischer Festlegungen wider jede Vernunft, elitäres Gehabe („wir allein sind die Auserwählten“), keine Dialogbereitschaft und eine bewusste Abkapselung von der Welt. Angesichts dieser Entwicklung kann man sehr gut verstehen, dass auch der Ruf laut wird, wenn alle Ortsbischöfe mit 75 Jahren ihren Rücktritt zu erklären haben, dann sollte es wohl auch angebracht sein, dass ein mehr als 80 jähriger Bischof von Rom seinen Rücktritt erklärt, um noch größeren Schaden von der Kirche fernzuhalten. Die Bischofskonferenzen sollten dies ihrem römischen Mitbruder zu bedenken geben. Das meint

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

CARITAS – HAUSSAMLUNG

Jedes Jahr bittet die Caritas Salzburg um eine finanzielle Unterstützung für ihre vielfältigen sozialen Aufgaben, die eine breite Palette umfassen, angefangen von Kindergärten bis hin zu Seniore- und Pflegeheimen. Ich bitte Sie um Ihre Mithilfe, soweit es Ihnen möglich ist. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie wir sie jetzt erleben, sind immer mehr Menschen auf soziale Unterstützung angewiesen. Sie erhalten verschiedene Bittschreiben, wobei man oft nicht weiß, wo dann das Geld landet. Bei der Caritas ist es nicht so, denn ihre Einrichtungen begegnen uns an vielen Orten, sodass Sie die Gewissheit haben, dass Ihre Spende dort landet, wo sie gebraucht wird. Bitte, verwenden Sie den beigehefteten Erlagschein für Ihre Hilfe an die Caritas, damit diese auch helfen kann!

FAMILIENFASTTAG

Zu Beginn der Fastenzeit bittet die Katholische Frauenbewegung um eine Unterstützung konkreter Projekte für Familien im indischen Gangesdelta, um ihren Kindern sauberes Wasser, ausreichende Ernährung und Bildung zu ermöglichen, auf den Philippinen sollen Opfern von Wirbelstürmen beim Wiederaufbau geholfen werden und in Nicaragua geht es um medizinische und therapeutische Behandlung für Opfer von Gewalt. Die Kirchensammlung am 2. Fastensonntag soll diese Projekte unterstützen.

ÖKUMENISCHER WELTGEBETSTAG

Der diesjährige Weltgebetstag der Frauen findet am Freitag, 6. März statt. Wir nehmen am Gottesdienst um 18.00 Uhr in der katholischen Pfarre Salzburg-Gneis teil. Wir wissen uns besonders mit den christlichen Frauen von Papua-Neuguinea verbunden. Wenn die Einladung sich auch in erster Linie an die Frauen richtete, so sind auch Männer genauso willkommen.

ÜBERGABE DER KINDERBIBEL

Beim Kindergottesdienst am Sonntag, 15. März um 10.00 Uhr wird an die Erstkommunionkinder dieses Jahres die Kinderbibel überreicht, die sie bei der Vorbereitung auf die feierliche Erstkommunion begleiten und ihnen Jesus näher bringen soll.

GLAUBENSGESPRÄCH

Das nächste Glaubensgespräch findet am Freitag, 21. März um 19.00 Uhr statt und wird sich mit dem wichtigsten Brief des Apostels Paulus, nämlich dem Brief an die Gemeinde in Rom befassen. In diesem Brief behandelt der Apostel die Grundfragen unseres Glaubens, nämlich wie können wir vor Gott bestehen, wodurch werden wir gerechtfertigt, wie ist unser Verhältnis zum Volk Israel usw. Dieser Brief hat in besonderer Weise Martin Luther geprägt und war Ausgangspunkt für die Reformation.

GNIGLER PASSIONSSINGEN

Das diesjährige Gnigler Passionssingen findet am Samstag, 28. März um 17.00 Uhr statt. Es gehört bereits traditionell zum Programm der Fastenzeit in St. Leonhard. Ich möchte Sie herzlich zur Teilnahme einladen und Sie auch bitten, in Ihrem Bekanntenkreis dafür zu werben. Für alle, die in den vergangenen Jahren daran teilgenommen haben, ist diese Feier ein tiefes Erlebnis gewesen.