St. Leonhard, den 6. Dezember 2008

Weihnachtskrippe

WEIHNACHTEN - WIE LANGE NOCH?

Ich weiß nicht, welche Assoziationen Sie mit dieser Eingangsfrage verbinden. Was mich veranlasst hat, diese Frage zu stellen, ist die Tatsache, dass das Verständnis für dieses Fest immer mehr verschwindet, wie überhaupt das Verständnis für die christliche Botschaft weitgehend verloren gegangen ist. Weihnachten ist in unseren Landen ein Fest des Konsumrausches und der Geschäfte geworden. Am wichtigsten scheinen zumindest in  der veröffentlichten Meinung die Geschäftszahlen zu sein, ob wieder ein neuer Umsatzrekord erzielt wurde, wie der Wintertourismus läuft und wie hoch die Bettenauslastung in den Wintersportorten liegt.

Die Botschaft der Weihnacht vom menschgewordenen Gottessohn und vom Kind in der Krippe hat gerade noch eine folkloristische Bedeutung, berühren und ergreifen tut sie die wenigsten unserer Zeitgenossen. Es ist eine bittere Tatsache, dass Religion in einer konsumorientierten Welt und einer Spaßgesellschaft, für die nur Events zählen, einen schweren Stand hat. Sarkastisch möchte man sagen, dass dies nur dann besser wird, wenn es schlechter wird. Wir sollen den Teufel nicht an die Wand malen, aber wir erleben heute eine Situation, in der viele Angst um ihren Arbeitsplatz haben und viele schon keinen mehr haben. Wie bitter dies ist, kann sich niemand vorstellen, der es nicht selbst erlebt. Ob diese Entwicklung den Menschen die Augen dafür öffnet, dass es neben den materiellen noch immaterielle Werte gibt, und dass diese dem Menschen letztlich mehr geben als die materiellen Werte, Werte wie Glaube und Religion?
Die Botschaft der Weihnacht ist eine Botschaft der Liebe und damit der Absage an jede Form von Egoismus und Selbstsucht. Liebe ist uns geschenkt, wenn Gottes Sohn Mensch wird, unser Schicksal annimmt und für uns hingibt. Liebe ist uns  aufgegeben im Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen, dass wir nicht im Egoismus ersticken, sondern offen sind für unsere Mitmenschen, ihre Sorgen und Anliegen, ihre Probleme und Nöte. Zusammenleben von Menschen, Gemeinschaft unter Menschen kann nur dann gelingen, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, neben den eigenen Interessen auch die der anderen zu achten. Der Inhalt des Weihnachtsfestes  ist zusammengefasst im Schriftwort: „Sosehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für sie hingab“. Es steht am Anfang des menschlichen Lebens Jesu Christi; an dessen Abschluss stehen die Worte: „Eine größere Liebe hat niemand, als wer bereit ist, sein Leben hinzugeben für seine Freunde!“
Es würde um unsere Gesellschaft um Vieles besser stehen, würden wir Christen diese Worte als Auftrag für uns verstehen; sie sind die zentrale Botschaft der Weihnacht!

Ich lade Sie ein, bei Ihrer Weihnachtsfeier zu Hause die Frohbotschaft von der Geburt des Herrn Jesus Christus zu lesen:

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, die gesamte Bevölkerung des römischen Reiches in Steuerlisten einzutragen. Diese Eintragung war die erste und geschah, als Quirinus Statthalter von Syrien war. Da begab sich jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. Auch Josef ging von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Frau, die schwanger war, eintragen zu lassen; er war aus dem Haus und dem Geschlecht Davids. Als sie dort waren, kam für sie die Zeit ihrer Niederkunft und sie gebar einen Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf einem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie und es befiel sie große Furcht. Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll! Heute ist euch der Retter geboren in der Stadt Davids: Er ist der Christus, der Herr. Und dies soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel eine große himmlische Schar , sie lobte Gott und sprach: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und Friede ist auf Erden bei den Menschen seiner Huld!“
Lasset uns beten:
Herr und Gott, du hast diese hochheilige Nacht durch den Aufgang des wahren Lichtes taghell gemacht und uns mit dem Licht deines menschgewordenen Sohnes erfüllt. Wir bitten dich, laß in unseren Herzen dieses Licht erstrahlen, gib uns die Freude und den Frieden der Weihnacht. Darum bitten wir dich durch Christus Jesus, unsern Herrn und Bruder. Amen

ELISABETHKORB
Wie jedes Jahr war die Kirchensammlung am Sonntag, 23. November zum Fest der hl. Elisabeth von Thüringen, die sich besonders der Armen, Kranken und Notleidenden angenommen hat, für die sozial-karitativen Tätigkeiten unserer Frauengemeinschaft bestimmt. Insgesamt kam ein Betrag von €  398.- zusammen, für den die Frauengemeinschaft allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, einen herzlichen Dank ausspricht. Neben der Hilfe und Betreuung von Mitmenschen in unserem Umfeld hat die Frauengemeinschaft die Patenschaft für ein Waisenkind im Libanon übernommen, für das jährlich ein Betrag von  € 480.- aufgebracht wird, um die schulische Ausbildung dieses Kindes zu gewährleisten. Daneben wird auch eine Aussätzigenhilfe unterstützt.

BUSSGOTTESDIENST
Am Dienstag, 23. Dezember feiern wir um 19.00 Uhr den Bußgottesdienst als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Dieser Gottesdienst soll uns eine Hilfe sein, damit wir Weihnachten im  Frieden mit Gott und im Frieden miteinander begehen können. Wir dürfen als Christen die Gewissheit haben, wenn wir ehrlichen Herzens Gott um Vergebung bitten, ob im Beichtstuhl oder im gemeinsamen Bußgottesdienst, dann wird uns auch diese Verzeihung zuteil.
Das Ergebnis der Kirchensammlung bei diesem Gottessdienst kommt den Franziskanern in Salzburg zur Betreuung von Obdachlosen und Haftentlassenen zugute.

WEIHNACHTSGOTTESDIENSTE
Am Heiligen Abend findet um 16.30 Uhr der Kindergottesdienst statt, der von Kindern selbst gestaltet wird. Im Verlauf dieses Gottesdienstes können die Kinder die Krippenfiguren aufstellen. Anschließend findet das Weihnachtsblasen der Marktmusikkapelle Grödig am Friedhof statt. Ab 23.30 Uhr findet das Weihnachtsschießen der St. Leonharder Weihnachtsschützen statt und um 24.00 Uhr feiern wir die Christmette.
Am Christtag und am Stefanitag ist der Gottesdienst jeweils um 10.00 Uhr. Gleiches gilt auch für Sonntag, 28. Dezember und das Neujahrsfest sowie für Sonntag, 4. Jänner. Der Jahresschlussgottesdienst am 31. Dezember findet um 17.00 Uhr statt.
Am 5. Jänner werden um 19.00 Uhr im Rahmen eines Wortgottesdienstes die Sternsinger des Volksliedchores Grödig ihre Lieder vortragen. Am 6. Jänner, dem Fest der Erscheinung des Herrn, sind die Gottesdienste wieder um 8.30 Uhr und um 10.00 Uhr.
In den ersten Tagen des Neuen Jahres werden die Sternsinger unterwegs sein, ihre Lieder singen und um Spenden für Entwicklungsprojekte in der Dritte Welt bitten.

Abschließend wünsche ich allen Bewohnern unseres Ortes ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie ein gutes und glückliches Neues Jahr. Mit diesen Wünschen verbinde ich den Dank für die gute Zusammenarbeit in unserer Kirchengemeinschaft und die Bitte, dass dies auch für das kommende Jahr gelten möge!

Ihr Dr. Franz Nikolasch