St. Leonhard, 10. Dezember 2006

Hl. Leonhard

Hat Weihnachten noch einen Sinn?

An den Landesgrenzen Salzburgs stehen große Plakattafeln mit dem Werbetext „Adventland Salzburg“. Es stimmt, dass kaum in einem anderen Bundesland so viele Adventveranstaltungen und Adventmärkte stattfinden wie in Salzburg. Von weither kommen die Besucher des Salzburger Adventsingens, das von Heinrich Waggerl und Tobi Reiser begründet, heute vielerorts in Stadt und Land kopiert wird. Anscheinend haben alle Veranstalter ausreichend Besucher, Menschen, die sich nach weihnachtlicher romantischer Stimmung sehnen wie sie in den vielen Liedern, Weisen und Texten aus dem alpenländischen Raum ihren Ausdruck findet. 

Auf der anderen Seite ist Weihnachten Höhepunkt des Geschäftsjahres, manche Betriebe machen in der vorweihnachtlichen Zeit den Großteil ihres Jahresumsatzes und als wesentliche Botschaft von Weihnachten gelten die möglichst einen neuen Rekord bildenden Umsatzzahlen des Handels und die Umwegrentabilität der Veranstaltungen. Was hat diese romantische Stimmung auf der einen Seite und der kommerzielle Rummel auf der anderen Seite noch mit dem eigentlichen und ursprünglichen Sinn des Weihnachtsfestes zu tun? Die zentrale Botschaft der Weihnacht hat es in dieser Zeit nicht leicht, sich Gehör zu verschaffen, sie droht in der Flut von Reklame und Geschäftemacherei unterzugehen und doch ist sie gerade für den Menschen unserer Zeit von besonderer Bedeutung. Wie nie zuvor ist das heutige Leben geprägt von Anonymität und Egoismus: jeder geht seinen eigenen Weg, jeder ist sich selbst der Nächste. Das Bewusstsein, dass wir eine Gemeinschaft bilden und dass Rücksichtnahme, Toleranz und Respekt gegenüber dem anderen, Bereitschaft zum Verständnis und zum Helfen Grundvoraussetzung für jedes Gelingen von Gemeinschaft sind, ist weithin abhanden gekommen.
Die Botschaft der Weihnacht sagt uns, dass wir Menschen von Gott so angenommen und geliebt sind, dass er seinen eigenen Sohn für uns hingab, der in seiner Menschwerdung und Geburt einer von uns geworden ist und unser Schicksal zu seinem gemacht hat. Die Botschaft der Weihnacht ist eine Botschaft der Liebe Gottes zu uns Menschen, die wir in unserem Leben und Verhalten weiterzugeben haben. Denn Friede auf Erden und unter den Menschen kann nur dort Wirklichkeit werden, wo Menschen aus dem Geist der Weihnacht leben und einander begegnen. Es wäre um unsere Gesellschaft besser bestellt, wenn wir in unserem Lebensbereich uns bemühten, einander mit Toleranz, Respekt und Verständnis, letztlich mit Liebe zu begegnen und so den Geist der Weihnacht zu verwirklichen. Der barocke Dichter Angelus Silesius hat dies so formuliert: „Und wäre Christus tausendmal geboren und nicht in dir – du bliebest ewiglich verloren“. Weihnachten hat nur dann einen Sinn, wenn wir die Botschaft der Liebe Gottes verstehen und aus ihr heraus miteinander in Frieden leben!

Ich lade Sie ein, bei Ihrer Weihnachtsfeier zu Hause die Frohbotschaft von der Geburt de Herrn Jesus Christus zu lesen:
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, die gesamte Bevölkerung des römischen Reiches in Steuerlisten einzutragen. Diese Eintragung war die erste und geschah, als Quirinus Statthalter von Syrien war. Da begab sich jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. Auch Josef ging von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich mit Maria, seiner Vermählten, die schwanger war, eintragen zu 
lassen; er war aus dem Haus und dem Geschlecht Davids. Als sie dort waren, kam für sie die Zeit der Niederkunft und sie gebar einen Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In dieser Gegend lagerten Hirten auf einem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie und es befiel sie große Furcht. Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll! Heute ist euch der Retter geboren in der Stadt Davids: Er ist der Christus, der Herr. Und dies soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel eine große himmlische Schar, sie lobte Gott und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und Friede ist auf Erden bei den Menschen seiner Huld!“
Lasset uns beten:
Herr und Gott, du hast diese hochheilige Nacht durch den Aufgang des wahren Lichtes taghell gemacht und uns mit dem Licht deines menschgewordenen Sohne erfüllt. Wir bitten dich, laß in unseren Herzen dieses Licht erstrahlen, gib uns die Freude und den Frieden der Weihnacht. Darum bitten wir dich durch Christus Jesus, unsern Herrn und Bruder. Amen.

ELISABETHKORB
Wie jedes Jahr war die Kirchensammlung am Sonntag, dem Fest der hl. Elisabeth von Thüringen, die sich in besonderer Weise der Armen, Kranken und Notleidenden angenommen hat, für die sozial-karitativen Tätigkeiten unserer Frauengemeinschaft bestimmt. Insgesamt kam ein Betrag von € 394.- zusammen, für den die Frauengemeinschaft allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, einen herzlichen Dank ausspricht. Neben der Hilfe und Betreuung von Mitmenschen in unserem Umfeld hat die Frauengemeinschaft die Patenschaft für ein Waisenkind im Libanon übernommen, für das jährlich ein Betrag von € 480.- zur Verfügung gestellt wird, um die Ausbildung dieses Kindes zu gewährleisten.

BUSSGOTTESDIENST
Am Samstag, 23. Dezember halten wir um 19.00 Uhr den Bußgottesdienst als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Dieser Gottesdienst soll uns eine Hilfe sein, damit wir Weihnachten im Frieden mit Gott und im Frieden miteinander begehen können. Wir dürfen als Christen die Gewissheit haben, wenn wir ehrlichen Herzens Gott um Vergebung bitten, ob im Beichtstuhl oder im gemeinsamen Bußgottesdienst, uns diese Vergebung durch Gott zuteil wird
Das Ergebnis der Kirchensammlung bei dieser Feier kommt den Franziskanern in Salzburg zur Betreuung von Obdachlosen und Haftentlassenen zugute.

WEIHNACHTSGOTTESDIENSTE
Am Heiligen Abend findet um 16.30 Uhr der Kindergottesdienst statt, der von den Kindern selbst gestaltet wird. Im Verlauf dieses Gottesdienstes können die Kinder die Krippenfiguren aufstellen. Anschließend ist das Weihnachtsblasen der Marktmusikkapelle Grödig am Friedhof. Ab 23.30 Uhr findet das Weihnachtsschießen der St. Leonharder Weihnachtsschützen statt und um 24.00 Uhr feiern wir die Christmette.
Am Christtag und am Stefanitag ist der Gottesdienst jeweils um 10.00 Uhr. Den Jahresschlussgottesdienst feiern wir am Samstag, 30. Dezember um 19.00 Uhr. Am Sonntag, 31. Dezember und am 1. Jänner ist der Gottesdienst um 10.00 Uhr. Am 5. Jänner werden im Rahmen des Gottesdienstes um 19.00 Uhr die Sternsinger des Volksliedchores Grödig ihre Lieder vortragen. Am 6. Jänner, dem Fest der Erscheinung des Herrn, sind die Gottesdienste wieder um 8.30 und um 10.00 Uhr. Die Sternsinger sind am 2., 3. und 4. Jänner unterwegs, um Spenden für Projekte der Entwicklungshilfe der Katholischen Jugend zu erbitten.
Abschließend wünsche ich allen Bewohnern unseres Ortes ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest sowie ein gesundes und glückliches Neues Jahr. Mit diesen Wünschen verbinde ich den Dank für die gute Zusammenarbeit in unserer Kirchengemeinschaft und die Bitte, dass dies auch im kommenden Jahr so bleiben möge!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch