St. Leonhard, den 26. September 2006

Hl. Leonhard

CARITAS – SAMMLUNG

Wie jedes Jahr wurde auch im vergangenen August eine Sammlung für die Caritas durchgeführt. Das Ergebnis der Kirchensammlung vom 6. August sowie persönliche Spenden erbrachten insgesamt einen Betrag von

€ 8 1 8 .-

Wenn man bedenkt, dass die sonntägliche Gottesdienstgemeinschaft gerade im Sommer recht klein ist, so ist dieser Betrag doch ein Zeichen dafür, dass die Bereitschaft zur Hilfe an Menschen, die besonders der Hilfe bedürfen, in unserer Gemeinschaft recht groß ist. 

Namens der Caritas möchte ich allen danken, die zu diesem Ergebnis, das notleidenden Menschen in Westafrika zugute kommen soll, beigetragen haben. Die anderen, soweit sie sich ansprechen lassen, möchte ich bitten, sich nicht diesem Anliegen zu verschließen. Wir erfahren Tag für Tag von den menschlichen Katastrophen der zahlloser Flüchtlinge, die versuchen, aus den westafrikanischen Ländern über die Kanarischen Inseln nach Europa zu gelangen. Unser Kontinent ist für diese Menschen ohne Zukunftsperspektiven ein „Gelobtes Land, ein Paradies“, so wie es vor mehr als einhundert Jahren für zahlreiche Europäer die „Neue Welt“ war. Ich glaube, die sinnvollste Art, diesen Menschen zu helfen, muss darin bestehen, ihnen in ihrer Heimat Lebensmöglichkeiten zu erschließen. Wenn durch das Ergebnis der diesjährigen Caritas-Sammlung im westafrikanischen Staat Mali Brunnen gegraben und Projekte der Infrastruktur unterstützt werden, so ist dies ein sinn- und wertvoller Beitrag, die dort lebenden Menschen zu bewegen, in ihrer Heimat zu bleiben und nicht ihre Hoffnungen auf eine ungewisse Zukunft in Europa zu setzen. Sicher ist das, was wir leisten können und auch das, was die Caritas zu leisten vermag, nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, aber viele solcher Tropfen können auch einen heißen Stein abkühlen, können eine wirksame Hilfe sein. Wenn auch nur wenigen geholfen wird, so wird doch damit wenigstens einigen Menschen geholfen. So wie wir an unserer Heimat hängen und in der Regel hier leben wollen, so gilt dies auch von den Menschen in Afrika, wenn sie nur eine Chance für die Zukunft sehen, dort auch menschenwürdig leben zu können. Durch unsere Hilfe können wir ihnen dies ermöglichen und damit können wir ihnen und uns viele Probleme ersparen. Der Einwanderungsdruck aus Afrika nach Europa wird in den nächsten Jahren sicher noch zunehmen, wenn es nicht gelingt, in den Heimatländern dieser verzweifelten Menschen Voraussetzungen zu schaffen, die ihnen dort ein zufriedenstellendes Leben ermöglichen. Hilfe unsererseits kommt daher nicht nur diesen Menschen zugute, sondern kann auch uns in Europa Probleme ersparen, die sich zwangsweise aus einer unkontrollierten Immigration ergeben.
Als Christen sollten wir uns aber auch bewusst sein, dass diese notleidenden und hilfesuchenden Menschen und ihr Schicksal uns nicht gleichgültig sein können, sondern dass sie unsere Mitmenschen sind und uns nach dem Wort der Hl. Schrift in ihnen letztlich Christus selbst begegnet. In unserer Kirche befindet sich am Hauptaltar an der rechten Seite eine Statue des hl. Martin von Tours, der nach einer Legende in einer kalten Wintersnacht mit dem Schwert seinen Mantel teilte und die Hälfte einem frierenden Bettler gab. In der darauffolgenden Nacht erschien im Christus und sagte ihm, dass er selbst dieser Bettler gewesen sei. Es ist dies ein anschauliches Bild für das Wort Jesu in der Rede beim Weltgericht, wenn er zu den Guten sagt, was ihr den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan! Er sagt aber auch zu den Verdammten, was ihr den Geringsten meiner Brüder nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan! In unserem Verhalten gegenüber den notleidenden Menschen, ob in unserer unmittelbaren Umgebung oder irgendwo in der Welt, verwirklicht sich unser Verhalten gegen über Jesus Christus und letztlich gegenüber Gott. Ich bitte Sie, immer an diese Worte des Herrn zu denken und dann auch entsprechend zu handeln!

HUBERTUSMESSE
Entgegen den Ankündigungen im Veranstaltungskalender findet die Messe der Jägerschaft Grödig bei der Hubertuskapelle nicht am 1. Oktober statt, da dies der Wahltag ist und am gleichen Tag eine Feier der Bergrettung stattfindet, sondern am Sonntag, 15. Oktober um 10.00 Uhr. Hoffen wir auf ein gutes und schönes Herbstwetter, damit auch viele Ortsbewohner und Gäste an dieser Feier teilnehmen können. Die Grödiger Bäuerinnen werden wieder anschließend für Speis und Trank sorgen. In den vergangenen Wochen wurde die Hubertuskapelle saniert und gefärbelt, sodass sie wieder in ihrer Schönheit erstrahlen kann.

ALLERHEILIGEN 
Die Feiern am Allerheiligenfest finden wie in den vergangenen Jahren statt: um 10.00 Uhr begehen wir den Festgottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft und um 13.30 Uhr findet der Gedenkgottesdienst für die im vergangenen Jahr Verstorbenen statt. Im Anschluss an diesen Gottesdienst erfolgt die Segnung der Gräber.

LEONHARDI – RITT
Am Sonntag, 5. November begehen wir das Leonhardi-Fest. Um 8.15 Uhr feiern wir in der Kirche den Gemeindegottesdienst, der durch den Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 9.00 Uhr Empfang der Reitergruppen und anschließend der Festgottesdienst, der mit der Segnung der Reitergruppen schließt. Es folgen die verschiedenen Darbietungen der einzelnen Reitergruppen (Kranzelstechen usw.).

GLAUBENSGESPRÄCH
Am 13. Oktober um 19.00 Uhr wollen wir wieder das traditionelle Glaubensgespräch aufnehmen. Als Thema biete sich aus gegebenen Anlass ein Gespräch über das Verhältnis zwischen den drei Religionen an, die sich auf den Patriarchen Abraham als gemeinsamen „Vater des Glaubens“ berufen, nämlich, Judentum, Christentum und Islam. Obwohl diese drei Religionen viel Gemeinsames haben, ist in der Vergangenheit eher das Trennende im Mittelpunkt der Beziehungen gestanden und dementsprechend auch der Kampf zwischen diesen drei Religionen. Heute und in Zukunft soll auf allen Seiten die Besinnung auf das Gemeinsame und auf den grundlegenden Auftrag jeder Religion im Mittelpunkt stehen, nämlich das menschliche Leben nach dem Willen Gottes auszurichten. Mit dem 2. Vatikanischen Konzil hat die Katholische Kirche dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet.

Ihr
Dr. Franz Nikolasch