St. Leonhard, den 26. Februar 2006

Hl. Leonhard

GOTT IST DIE LIEBE!

Mit diesen Worten beginnt der Papst sein erstes Rundschreiben und verweist damit auf die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Der Gott, an den wir glauben, ist nicht ein zürnender, rächender, grausamer Gott, der den Menschen quält und ihm mit seinen Geboten und Verboten das Leben schwer machen will, er ist auch nicht ein nachtragender Gott, der darauf aus ist, den Menschen zu strafen, sondern er ist ein Gott, der den Menschen liebt, der die Liebe in Person ist. Mit aller Freud und allem Leid, mit allen unseren guten und weniger guten Eigenschaften und Fähigkeiten sind wir von ihm angenommen, sind wir bei ihm geborgen. Die gesamte Heilsgeschichte, die in Jesus Christus ihre Erfüllung und Vollendung gefunden hat, ist eine Geschichte des liebenden Werbens Gottes um den Menschen. Der tiefste Sinn der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist die Offenbarung dieser Liebe Gottes zu uns: „Sosehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn für sie hingab!“ heißt es im Johannesevangelium. 

Und wenn wir uns in den kommenden Tagen auf das Leiden und den Tod des Herrn am Kreuz besinnen und nach dem Warum dieses Schicksals fragen, so gibt es auch nur die Erklärung, die Jesus selbst uns gegeben hat: „Eine größere Liebe hat niemand, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde!“

Aufgabe der Kirche und aller Christen ist es, von dieser Liebe Gottes zu künden und sie in ihrem Tun und Verhalten zu bezeugen, aus dieser Liebe Gottes heraus zu handeln. Und da beginnt das Problem, insofern weder das Verhalten der Amtskirche noch das der Christen immer diese Liebe erkennen lassen. Wenn der Papst die zentrale Bedeutung der Liebe für das Leben der Kirche und der Christen betont, so sind diese Worte weniger eine Feststellung über die Wirklichkeit, sondern eher eine Forderung, um deren Erfüllung Kirche und Christen sich immer neu bemühen müssen.

Von einer Amtskirche, deren Verhalten von der Liebe geprägt ist, erwarte ich mir einen anderen Umgang mit Priestern, die nicht auf die Ehe verzichten wollen, was übrigens auch in den mit Rom vereinten Kirchen des Ostens gängige Praxis ist. Ich erwarte mir einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, dass ihnen ein Neubeginn ermöglicht wird und dass ihre neue Lebensgemeinschaft anerkannt wird, wie es auch die Kirchen der Reformation und die Kirchen des Ostens bei allem Respekt vor dem Zielgebot der Unauflöslichkeit der Ehe tun. Ich erwarte mir einen anderen Umgang mit den Frauen in der Kirche, denen unter fadenscheinigen Vorwänden noch immer die Gleichberechtigung versagt wird. Ich erwarte mir von einer Kirche, deren Verhalten von der Liebe geprägt ist, dass sie Freuden und Leiden der Menschen von heute als eigene Freuden und Leiden erkennt, dass sie auf die Fragen des heutigen Menschen nicht mit Formeln von gestern und vorgestern antwortet. Dass sie nicht mit Geboten und Verboten, mit Recht und Paragraphen droht, sondern ihnen wie Gott und Jesus Christus mit Liebe, Verständnisbereitschaft und verzeihendem Erbarmen begegnet, nach dem Wort des Apostels Paulus: „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude!“ Das war das große Anliegen von Johannes XXIII., der durch das Konzil eine umfassende Erneuerung der Kirche, ein „aggiornamento“ erreichen wollte. Im Verhalten der heutigen Amtskirche ist davon nicht mehr viel zu spüren!

Das Gebot der Liebe gilt aber auch für jeden einzelnen Christen. Gemeinschaft und Zusammenleben kann nur dort gelingen, wo das egoistische Denken und Handeln zurückgedrängt und die Bereitschaft zur Toleranz, zur Verständigung, zur Hilfe, zur Liebe gegeben ist. Inmitten einer Welt, die von Egoismus und Intoleranz, von Machtdenken und Streben nach Reichtum geprägt ist, in der Gewinnmaximierung auf Kosten der Arbeitsplätze betrieben wird, haben wir als Christen die Aufgabe, aufeinander Rücksicht zu nehmen und einander zu helfen. Wenn in diesem Monat die CARITAS wieder um Spenden bittet, um Hilfe bei Katastrophen und in individuellen Notsituationen leisten zu können, um soziale Einrichtungen verschiedener Art zu führen, dann hängt es von unserer Hilfsbereitschaft ab, ob diese Hilfe geleistet werden kann, denn sie kann nur die Mittel weitergeben, die ihr durch unsere Spenden zur Verfügung gestellt werden. Ich möchte Sie daher dringend bitten, helfen Sie durch eine Spende für die CARITAS, damit sie Menschen in Not, sei es in unserer Heimat oder sonst irgendwo in der Welt, helfen kann. Die Ausrede, man wisse ja nicht, wo das Geld lande, zieht in diesem Fall nicht, denn bei der CARITAS wissen wir, dass das Geld dort ankommt, wo es benötigt wird.
Da bei uns aus mehreren Gründen eine Haussammlung nicht möglich ist, liegt diesem Mitteilungsblatt ein Erlagschein bei. Bitte leisten Sie auf diesem Weg einen Beitrag für die CARITAS.

Ihr Dr. Franz Nikolasch

ERSTKOMMUNION – BIBEL
Den Kindern aus unserer Gemeinschaft, die sich jetzt auf die feierliche Erstkommunion vorbereiten, wird im Rahmen des Kindergottesdienstes am Sonntag, 19. März um 10.00 Uhr eine Kinderbibel als Geschenk der Kirchengemeinschaft überreicht. Die kindgemäß formulierten Bibeltexte sollen den Kindern helfen, die wichtigsten Ereignisse der Heilsgeschichte und im besonderen Jesus und sein Wirken verständlich zu machen.

PASSIONSSINGEN
Wie in den vergangenen Jahren gestaltet auch dieses Jahr der Singkreis Gnigl in unserer Kirche ein Passionssingen. Es findet am Samstag, 1. April um 17.00 Uhr statt. Die Texte, Lieder und Weisen sollen uns in den Sinn der Passionszeit einführen. Freiwillige Spenden zugunsten der „Aktion Leben“ sind erbeten.

GLAUBENSGESPRÄCH
Einmal im Monat findet ein abendliches Glaubensgespräch statt, das sich mit Fragen zum Verständnis von Glaubenswahrheiten sowie zum Verständnis unseres Gottesdienstes sowie der kirchlichen Feiern im Verlauf des Kirchenjahres befasst. Der genaue Termin dieser Glaubensgespräche wird jeweils bei den Verlautbarungen der Sonntagsgottesdienste bekannt gegeben.

WELTGEBETSTAG DER FRAUEN
Am kommenden Freitag, den 3. März findet um 19.00 Uhr in der evangelischen Auferstehungskirche beim Kommunalfriedhof der Gottesdienst des ökumenischen Weltgebetstages der Frauen statt. Die Vorlage für diesen Gottesdienst wurde von Frauen aus Südafrika erarbeitet. Ich möchte an die Frauen unserer Gemeinschaft die Einladung richten, möglichst zahlreich an diesem gemeinsamen Gottesdienst teilzunehmen.

FAMILIENFASTTAG
Am Freitag, 10. März wird in den Gemeinden der Familienfasttag gehalten. Sinn dieses Tages ist es, den Gegenwert einer Mahlzeit für Arme und Notleidende zur Verfügung zu stellen. Wir wollen auch die Kirchensammlung des darauffolgenden Sonntags dafür zur Verfügung stellen

KREUZWEGANDACHT
An den Freitagen der Fastenzeit, die mit der Feier des Aschermittwochs beginnt (der Gottesdienst mit Austeilung des Aschenkreuzes findet um 19.00 Uhr statt) ist jeweils am Freitag um 18.30 Uhr die Kreuzwegandacht in der Kirche.