St. Leonhard, den 21. September  2005.

Hl. Leonhard

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinschaft !

Am kommenden Sonntag wollen wir in St. Leonhard in schlichter Form Erntedank begehen: der Frühling des Blühens und der Sommer des Reifens sind vergangen, die Zeit der Ernte ist gekommen; es ist gut, wenn wir dies mit dem Dank verbinden. Unsere Erntedankfeier hat noch keine lange Tradition, früher einmal gab es die sogenannten „Quatembertage“ zu Pfingsten, im September und im Dezember, die an die Erntezeiten im Mittelmeerraum erinnerten: Pfingsten mit der Getreideernte, der September mit der Weinlese und der Dezember mit der Olivenernte. Da diese Ernten nicht mit dem Naturrhythmus unserer Breiten in Einklang stehen, ist deren ursprüngliche Bedeutung in Vergessenheit geraten und aus unseren Kalendern verschwunden.

Es ist gut, dass wir Erntedank halten, denn damit bringen wir zum Ausdruck, dass die Güter dieser Erde, die unseren Lebensunterhalt gewährleisten, nicht eine Selbstverständlichkeit sind, sondern dass wir sie „verdanken“: denen, die mit ihren Mühen und ihrer Arbeit dafür sorgen, dass wir sie haben, der Natur, die sie hervorbringt und letztlich dem, der hinter dieser Natur mit ihren Wundern und Gesetzmäßigkeiten steht, wir nennen ihn Gott! Erntedank ist so Ausdruck unseres Angewiesenseins auf die Kräfte der Natur und auf den, der sie erhält. Denn es hat ja auch Katastrophenjahre gegeben und wenn wir die Nachrichten verfolgen, dann wissen wir, wie viele solcher Naturkatastrophen sich Jahr für Jahr ereignen, ob Überschwemmungen oder Dürrekatastrophen, ob Erdbeben oder Hurrikane, im Grunde genommen stehen wir mit all unserer Technik den Gewalten der Natur hilflos gegenüber. Es gilt zu danken, wenn wir von solchen Katastrophen verschont bleiben!

Erntedank soll uns aber auch an unsere Verpflichtung gegenüber unseren Mitmenschen erinnern und ein Appell zum Helfen und Teilen sein. Von allen Seiten hören wir, dass Österreich eines der reichsten Länder der Welt ist. Nicht immer war es so und nicht alle in unserem Land haben an diesem Reichtum Anteil. Uns wurde nach dem 2. Weltkrieg in vielfacher Weise von anderen Völkern geholfen, das sollten wir nicht vergessen, sondern als Verpflichtung für unser Verhalten erkennen! Nicht alle in unserem Land haben an diesem Reichtum Anteil, es gibt auch bei uns Not und Elend, im materiellen wie im immateriellen Bereich, obwohl bei uns das soziale Netz dichter geknüpft ist als in anderen Ländern. Die Zuständigkeit zur Bekämpfung von Not und Elend sollen wir nicht institutionellen Helfern überlassen, sondern jeder einzelne von uns trägt Verantwortung für seine Mitmenschen, vor allem für die, die der Hilfe bedürfen. Institutionen können nur dann helfen, wenn wir ihnen die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Wir tragen aber auch Verantwortung für Not, Hunger und Elend in den anderen Ländern und Kontinenten, denn jeder Notleidende, ob nah oder fern, ist unser Nächster. Als Christen sollten wir uns immer das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter vor Augen halten, der dem Halbtoten das Leben rettet, während Priester und Tempeldiener wegschauen und vorbeigehen. Unser Platz hat an der Seite des  barmherzigen Samariters zu sein, wenn wir Christen sein wollen.

Vor kurzem erhielt ich ein Schreiben von P. Sporschill, der sich in Rumänien und Moldawien um die Straßenkinder kümmert. Wenn man liest, in welch trister und geradezu aussichtsloser Lage sich diese Kinder befinden, die er resozialisieren will, dann bleibt einem der Bissen im Hals stecken. Sicher, unsere Hilfe kann immer nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sein, aber auch ein Tropfen ist etwas und wenn auch nur einem Menschen geholfen wird, ist einem Menschen geholfen!

 

ERNTEDANKFEIER

Am kommenden Sonntag findet um 8.15 Uhr die Segnung der Erntekrone am Kirchplatz statt, anschließend Prozession zur Kirche und Gemeindegottesdienst, der musikalisch vom Volksliedchor Grödig gestaltet wird. Die St. Leonharder Trachtenfrauen bereiten Erntedankbüscherl vor, die nach der Segnung an alle Mitfeiernden ausgeteilt werden.

Um  10.00 Uhr findet der Kindergottesdienst zum Erntedank statt, den Frau Egginger mit ihrem Team gestaltet. Ich hoffe, dass viele Kinder mit ihren Eltern zu diesem Gottesdienst kommen.

Die Ministranten/innen bieten im Anschluss an die beiden Gottesdienste Getränkte und Brötchen am Kirchplatz an. Der Reinertrag der Spenden kommt den Straßenkindern in Rumänien und Moldawien zugute. Die Kirchensammlung beider Gottesdienste soll im Wege der Caritas den Opfern von Dürre, Hunger und Krieg in Dafur (Westsudan)  Hilfe bringen.

 

BESUCH AUS BUDAPEST

In der ersten Oktoberwoche kommt eine Gruppe aus Budapest nach Salzburg, um Land und Leute kennen zu lernen. Sie wird im Leonharderhof wohnen. Es handelt sich um Mitglieder der deutschen katholischen und evangelischen Gemeinde in Budapest. Die beiden Pfarrer haben um eine Begegnung mit unserer Kirchengemeinschaft gebeten. Wir sind übereingekommen, dass wir uns am Mittwoch, 5. Oktober um 15.00 Uhr im Leonharderhof zu Kaffee und Kuchen treffen. Wer immer Zeit und Interesse hat, ist herzlich zu dieser Begegnung eingeladen!

 

HUBERTUSFEIER

Am 2. Oktober feiern wir um 10.00 Uhr gemeinsam mit der Jägerschaft Grödig den Festgottesdienst bei der Hubertuskapelle. Ich hoffe, dass dieses Jahr –im Unterschied zum vergangenen- das Wetter mitspielt  und viele an dieser Feier teilnehmen. Die Grödiger Bäuerinnen werden wieder anschließend für Speis und Trank sorgen.

 

ALLERHEILIGEN

Die Feiern am Allerheiligenfest finden wie im vergangenen Jahr statt: um 10.00 Uhr halten wir den Festgottesdienst zum Gedenken aller Verstorbenen unserer Kirchengemeinschaft und um 13.30 Uhr findet der Gedenkgottesdienst für die im vergangenen Jahr Verstorbenen statt. Im Anschluss erfolgt die Segnung der Gräber.

 

LEONHARDI – RITT

Am Sonntag, 6. November begehen wir das Leonhardi-Fest. Um 8.15 Uhr feiern wir den Gemeindegottesdienst, der durch den Volksliedchor Grödig musikalisch gestaltet wird. Um 9.00 Uhr Empfang der Reitergruppen und anschließend der Festgottesdienst, der mit der Segnung der Reitergruppen schließt. Es folgen die verschiedenen Darbietungen der Reitergruppen (Kranzelstechen usw.).

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

 

 

Internetadresse der Wallfahrtskirche St. Leonhard:
http://www.kirche-sanktleonhard.at