St. Leonhard, den 08. Juni 2005.

Hl. Leonhard

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinschaft !

W O Z U   N O C H   K I R C H E ?

Diese Frage stellen sich heute immer mehr Menschen in unserem Land und auch im Bereich unserer Kirchengemeinschaft. Viele sehen in der Zugehörigkeit zur Kirche keinen Sinn mehr und treten aus, noch weit mehr kommen nur mehr in Zusammenhang mit einer Taufe, einer Hochzeit oder einem Begräbnis mit dem in Berührung, was sie unter Kirche verstehen.

Wenn ich auf die mehr als 35 Jahre zurückblicke, die ich hier in St. Leonhard lebe, dann spüre ich unmittelbar diese Entwicklung: die früheren Kirchgeher sterben nach und nach weg, jüngere kommen kaum nach, die Gottesdienste an den Sonntagen werden von immer weniger Ortsbewohnern mitgefeiert und sind den Wenigsten noch ein Anliegen; für die meisten derer, die noch eine Beziehung zur Kirche haben, würden die Gottesdienste an Weihnachten und Ostern ausreichen. Statt der jetzigen drei Sonntagsgottesdienste würde einer für alle ausreichen, die noch kommen. Von der jüngeren Generation spüren nur wenige noch ein Bedürfnis nach Gottesdienst, andere Freizeitbeschäftigungen sind an seine Stelle getreten. Mit dieser inneren Distanzierung wächst die Neigung, auch mit der äußeren Zugehörigkeit zur Kirche Schluss zu machen: die Aufforderung zur Bezahlung des Kirchenbeitrags ist dann der letzte Anlass zum Kirchenaustritt.

Was soll man tun, wie kann man dagegen steuern, wie kann man die Sinnhaftigkeit der Zugehörigkeit zu einer Kirche plausibel machen? Wieweit hat Kirche in unserem Land, in Europa, noch eine Zukunft? An ihre Stelle treten fundamentalistische Sekten, Esoterik und andere obskure Gemeinschaften, die anscheinend die Bedürfnisse der Menschen, vor allem der Jüngeren, besser bedienen.

Für mich hat die Botschaft Jesu eine doppelte Bedeutung: Zum Einen bildet das Bemühen um Erfüllung seines Gebotes der Liebe die Voraussetzung und Basis jedes Zusammenlebens von Menschen. In keiner anderen Religion wird dieses Gebot der Liebe so eindringlich verkündet, wie in der Botschaft Jesu, der sagte, wer dieses Gebot erfüllt, hat das ganze Gesetz erfüllt. Wobei diese Liebe nicht eine Sache der Gefühle und Stimmungen ist, sondern eine Haltung, die dem Mitmenschen, wer immer es auch sein mag, Offenheit, Verständnis, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Hingabe entgegenbringt. Ohne eine solche Haltung kann kein Zusammenleben gelingen. Das Zweite ist für mich seine Zusage einer Zukunft über den Tod hinaus. Er hat damit das weitergeführt und vollendet, was Inhalt aller Religionen ist, nämlich die Ahnung und Hoffnung, dass das begrenzte irdische Leben nicht die ganze Wirklichkeit der menschlichen Existenz ist. Jesu Wort: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist Zusage, dass wir in seiner Gemeinschaft diese Erfüllung unseres Lebens finden. Von daher erhält das irdische Leben mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Freuden und Leiden eine neue Sinnhaftigkeit.

Kirche ist die Gemeinschaft derer, die sich bemühen, diese Botschaft Jesu in ihrem Leben zu verwirklichen. Kirche ist eine Gemeinschaft, die letztlich immer auf diesen Jesus ausgerichtet ist, nicht auf bestimmte Menschen. Jedes menschliche Leben ist auf Gemeinschaft ausgerichtet: Ehe, Familie, Nachbarschaft usw., Gemeinschaft derer, die auf Christus und seine Botschaft ihr Leben ausrichten, ist die Kirche. Wie jede Gemeinschaft, lebt auch sie vom Zusammenkommen und Beinandersein, das sich im sonntäglichen Gottesdienst ereignet. Was wir im Gottesdienst an Nähe und Verbundenheit miteinander und mit dem Herrn erfahren, sollen wir hineinnehmen in unser Leben und in unseren Alltag.

Vielleicht kann der/die eine oder andere mit diesen Überlegungen etwas anfangen und wieder zu einer Mitfeier des Sonntagsgottesdienstes zurückfinden. Ich wünsche mir dies und unserer Kirchengemeinschaft!

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

 

CARITAS – SAMMLUNG

Da es schon seit Jahren nicht mehr möglich war, eine Haussammlung durchzuführen, wurde auch heuer wieder dem Mitteilungsblatt ein Zahlschein beigeheftet mit der Bitte um eine Spende für die Caritas. Im Bereich von St. Leonhard ist insgesamt ein Betrag von € 510.- auf diese Weise zusammen gekommen. Ich möchte allen, die sich an dieser Sammlung beteiligt haben, sehr herzlich danken. Diese Gelder sind für Hilfe an Notleidende in unserem Land bestimmt. Sollten Sie im Bereich von St. Leonhard um derartige Notsituationen wissen, so teilen Sie bitte dies mir oder Frau Wall mit; wir wollen uns um eine Hilfe durch die Caritas bemühen.  (Konto Nummer 00022483  der Kirchengemeinschaft St. Leonhard, 5083 St. Leonhard,  bei Raiffeisenbank Grödig,  Bankleitzahl: 35018, Verwendungszweck: "Caritassammlung 2005 für Notleidende in Österreich")

ÖLBERG – RENOVIERUNG

In der vergangenen Woche wurde die Renovierung der Nische neben dem Kircheneingang abgeschlossen. Die Holzfiguren der Ölberggruppe wurden fachmännisch restauriert, das schöne Eisengitter wurde neu gestrichen und an der Rückwand konnte eine Panorama-Darstellung von Jerusalem wieder freigelegt werden. Damit ist auch das letzte noch ausständige Bauwerk renoviert worden. Bei einem Gebäude wie es die Wallfahrtskirche St. Leonhard ist, wird aber auch in Zukunft die Arbeit nicht ausgehen. Dank der Spenden und Kirchensammlungen sind wir in der Lage, ohne finanzielle Probleme diese Aufgaben zu erfüllen. Ich bedanke mich bei allen, die durch ihre Spenden und die Kirchensammlungen zu diesem Erfolg beitragen.

 

WALLFAHRT DER KIRCHENGEMEINSCHAFT

Als Ziel der diesjährigen Wallfahrt wurde die Wallfahrtskirche Maria Locherboden bei Stams (Oberes Inntal) ausgewählt. Die Wallfahrt findet am Samstag, 10. September statt, Abfahrt in St. Leonhard um 7.00 Uhr früh, Messe in Maria Locherboden, Mittagessen in Stams, wo wir auch die Kirche und die Zisterzienserabtei besichtigen. Kirche und Kloster wurden von Graf Meinhard II. von Tirol-Görz im Jahre 1273 als Grablege für die Tiroler Landesfürsten gegründet. Die Kirche wurde barockisiert und das heutige Stiftsgebäude erst Ende des 17. Jhts. errichtet. In der 2. Hälfte des 14. Jhts. war Stams Aufbewahrungsort der Reichskleinodien des Römischen Reiches Deutscher Nation (Kaiserkrone, Reichsapfel, Szepter usw.). Die Bibliothek besitzt wertvolle Handschriften und eine Sammlung von Stichen Albrecht Dürers.

Anmeldungen bei Frau Wall, Tel. 06246 / 724 05

 

 

Internetadresse der Wallfahrtskirche St. Leonhard:
http://www.kirche-sanktleonhard.at