St. Leonhard, den 20. September  2004.

Hl. Leonhard

  Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinschaft !

Wenn es angesichts einer nicht gerade rosigen Wirtschaftslage für soziale und karitative Institutionen immer schwieriger wird, Gelder für die verschiedenen Aufgaben und Vorhaben aufzutreiben, so können wir doch mit Stolz und Freude feststellen, dass die August-Sammlung der Caritas gemeinsam mit der Kirchensammlung  vom 8. August  einen Betrag von  €  1.016,- erbracht hat. Sicher hätten durch eine Haussammlung mehr Mitbürger angesprochen werden können, aber es ist dennoch für eine eher kleine Gemeinschaft ein großer Betrag zustande gekommen, der vor allem Kindern eine wirksame Hilfe ermöglichen soll, die aufgrund der Aids-Seuche ihre Eltern und Angehörigen verloren haben, und mutterseelenallein in der Welt stehen. Rund 1/4 aller weltweit für Aids-Opfer aufgebrachten Mittel stammen von kirchlichen Institutionen (Caritas, Diakonie). Dass in St. Leonhard ein derart hoher Betrag erzielt werden konnte, ist ein Beweis dafür, dass es kein "Kirchturmdenken" gibt, wo nur die Anliegen und Aufgaben gesehen werden, die uns unmittelbar berühren, sondern dass ein Bewusstsein der Verantwortung besteht, die wir als Christen gegenüber den Ärmsten der Armen, besonders in der Dritten Welt, tragen. 
In einer Zeit, in der durch die vielen Skandale in Österreich, aber auch in anderen Ländern, die Glaubwürdigkeit  der Kirche weithin verloren gegangen oder zumindest stark beeinträchtigt ist, zeigt die Offenheit gegenüber der Caritas wie auch deren Wirken, dass trotz allem die Botschaft Jesu Christi bei vielen Menschen ankommt, nämlich die Botschaft, die besagt, was wir dem geringsten Mitmenschen getan haben, das haben wir Ihm getan. Es ist die Botschaft des Herrn, die uns einlädt, Ihm nachzufolgen in der Haltung und Gesinnung der Nächstenliebe, die sich besonders in der Hilfe und im Verständnis für notleidende und hilfsbedürftige Mitmenschen erweist. Namens der Caritas Salzburg möchte ich allen sehr herzlich danken, die zu diesem Ergebnis in St. Leonhard beigetragen haben.

GLAUBENSGESPRÄCH
Am Freitag, 24. September um 19 Uhr nehmen wir wieder die Tradition der Glaubensgespräche auf. Als Thema ist vorgesehen "Gründe und Anlass für die Glaubensspaltung im 16. Jahrhundert (Martin Luther, Ulrich Zwingli, Johannes Calvin)".  Diese Thematik wird uns sicher nicht nur an diesem Abend beschäftigen, sondern wohl auch in mehreren weiteren Gesprächen. Wer immer an diesem Thema interessiert ist, ist zur Teilnahme herzlich eingeladen.

ERNTEDANKFEIER
Am  Sonntag, 26. September feiern wir unseren schon zur Tradition gewordenen Erntedank. Um 8.15 Uhr versammeln wir uns am Kirchplatz zur Segnung der Erntekrone, dann erfolgt die Prozession zur Kirche und der Gemeindegottesdienst, der unter Mitwirkung des Volksliedchores Grödig und der St. Leonharder Trachtenfrauen gestaltet wird. Zum Abschluss werden die Getreidebüscherl gesegnet, die von den Trachtenfrauen an alle Teilnehmer des Gottesdienstes ausgeteilt werden. Um 10 Uhr wird der Kindergottesdienst zum Thema "Erntedank" gefeiert.

HUBERTUSMESSE
Gemeinsam mit der Grödiger Jägerschaft feiern wir am Sonntag, 3. Oktober um 10 Uhr den Festgottesdienst bei der Hubertuskapelle. Für die musikalische Gestaltung sorgt ein Bläserensemble. Im Anschluss gibt es Getränke und Brote der Grödiger Bäuerinnen.

LIBANON - PATENSCHAFT
Im vergangenen Jahr hat die Frauengemeinschaft die Patenschaft für ein Waisenkind im Libanon übernommen, die mit einem Betrag von rund € 500,- verbunden ist. Wenn man Berichte liest, die das soziale Umfeld dieser Kinder schildern, entweder sind die Eltern oder ein Elternteil tot oder der Vater der Kinder hat die Familie verlassen oder er sitzt in einem Gefängnis, dann versteht man, wie notwendig eine solche Patenschaft ist, die den Kindern durch eine gute Erziehung und die Geborgenheit in einem gut geführten Heim die Basis für eine lebenswerte Zukunft vermittelt. Die Caritas Salzburg betreut dieses Waisenhaus St. Vicent in Baskinta, im gebirgigen Hinterland von Beirut.

UNGARN - REISE
Rund 30 Personen haben an der diesjährigen Reise nach Ungarn teilgenommen. Obligatorisch ist schon der Besuch des Denkmals am Kleinen Plattensee, das die Erinnerung an das Wirken Salzburger Missionare und Bauleute im 9. Jahrhundert wach halten will. Ein sichtbares Zeichen dieses Wirkens ist auch die Hadrianskirche in unmittelbarer Nähe des Denkmals, deren Grundmauern konserviert wurden und nun ein eindrucksvolles Zeugnis der Salzburger Bautätigkeit in Pannonien bildet. Eine Tagestour führte nach Esztergom, dem kirchlichen Zentrum Ungarns, wo sich die Kathedrale des Primas von Ungarn befindet. In der Krypta der Kathedrale liegt u.a. auch der bekannte Kardinal Mindszenthy begraben, der von den Kommunisten 1948 verurteilt wurde, beim Ungarn - Aufstand 1956 in die amerikanische Botschaft in Budapest flüchtete und schließlich nach Österreich ausreisen konnte. Nach der Wende wurde sein Leichnam aus Mariazell nach Esztergom überführt und dort beigesetzt. Das Donauknie, das bei Esztergom beginnt, bietet eine Landschaft vergleichbar der Wachau. Ein weiterer Ausflug führte  u.a. nach Sümeg mit seiner imposanten Burganlage und den Fresken des berühmten Barockmalers F. A. Maulbertsch. Insgesamt vermittelte die Reise viele neue Eindrücke von unserem Nachbarland, dessen früheste Geschichte so enge Bezüge zu Salzburg aufweist. Ungarn hat in den letzten Jahren einen großartigen Aufschwung erlebt und ist nunmehr wie Österreich Mitglied der EU. In wenigen Jahren werden die letzten Barrieren durch die Einführung des Euro und den Beitritt zum Schengen-Abkommen gefallen sein.

Ich hoffe, mit diesen Berichten Ihnen einige Informationen über das Leben der Kirchengemeinschaft St. Leonhard gegeben zu haben und würde mich freuen, sollten noch mehr Mitglieder sich aktiv am Leben der Gemeinschaft beteiligen.

Ihr
Dr. Franz Nikolasch

 

Internetadresse der Wallfahrtskirche St. Leonhard:
http://www.kirche-sanktleonhard.at